Der Dettelbacher Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hat sich vorgestellt. Knapp 40 Gäste waren der Einladung gefolgt, auch um einem Vortrag von Patrick Friedl, MdL, zu lauschen, der als Gastredner über sein Schwerpunktthema Klimaschutz sprach. Nach einer Begrüßung nahm Heinz Sanwald, Sprecher des Ortsverbandes, die Gäste mit auf eine Zeitreise zurück zur Gründung der Grünen. Die Grünen seien immer kritische Zweifler gewesen, die die Dinge hinterfragen und ändern wollten – und, so Sanwald, hätten damit eigentlich auch immer richtig gelegen. Mit der gleichen Haltung wolle man nun auch die Anliegen der Dettelbacher anpacken, heißt es in einer Pressemitteilung.

Patrick Friedl stellte in seinem Vortrag unter anderem konkrete Konzepte vor, mit denen in Würzburg Klimaschutz betrieben wird. Auch er betonte, dass es immer Menschen brauche, die sich der Anliegen der Bürger annehmen. So hätte das Aktionsbündnis „Grüner Platz am Theater“ ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht, um die Bebauung eines Parkplatzes zu verhindern. Mit Erfolg – denn heute befindet sich auf besagter Fläche ein Park. Mainfranken, auch dies machte Friedl deutlich, sei ein Klimahotspot, Kitzingen deutsche Hitzerekordstadt. Ein Fakt, der uns alle zur Auseinandersetzung mit dem Thema Klimaschutz motivieren sollte.

Die Ängste der Bürger ernst nehmen

Im Anschluss an den Vortrag leitete Heinz Sanwald zur offenen Diskussion über. Ein Thema, das besonders kontrovers diskutiert wurde, war die CO2-Steuer, für deren Einführung sich die Grünen auf Bundesebene einsetzen. Bei den Anwesenden kam vor allem die Frage auf, ob eine solche Abgabe am Ende nicht doch zu Lasten der sozial Schwächeren gehe. Eine Befürchtung, die Friedl aus dem Weg zu räumen versuchte. Dennoch müssten die Ängste der Bürger ernst genommen werden, betonte Regina Hetterich, Sprecherin des grünen Ortsverbandes der Nachbargemeinde Volkach; die Lösung könne ihrer Ansicht nach nur eine EU-weite CO2-Steuer sein.

Zuletzt widmeten sich die Anwesenden dann noch dem „anderen“ Klimawandel – dem auf politischer, städtischer Ebene. „Was liegt dir am Herzen?“ hatten die drei Vorstandsmitglieder zu Beginn des Abends gefragt. Ihre Ideenliste, die bereits Themen wie Wohnen und Soziales, Landwirtschaft und Erinnerungskultur beinhaltete, wurde von den Anwesenden ergänzt. So kamen die städtische Wasserversorgung, mögliche Konzepte zum lokalen Artenschutz, der notwendige Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie die Verkehrssituation in der Altstadt zur Sprache. Vor allem hier kristallisierte sich der Wunsch heraus, die Altstadt wieder neu zu beleben. Bis weit nach 22 Uhr wurde ein intensiver Bürgerdialog geführt, der mit der Einladung des OV-Vorstandes zum nächsten Treffen am 4. Juni im Weinstall Stier in Neuses endete.