Während Kämmereien in den Rathäusern über wegbrechende Gewerbesteuereinnahmen stöhnen, kann Bürgermeister Hermann Queck in Buchbrunn nicht klagen. Der Grund: Die Gemeinde hat kaum Gewerbesteuereinnahmen zu verzeichnen. Dabei hat die Gemeinde einige bemerkenswerte Großinvestitionen geplant, deren Umsetzung teilweise bereits begonnen hat.

In der Dorfmitte, gleich neben dem Rathaus, entsteht ein Bürgerhaus. Ein gemeindeeigenes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert wird hierfür aufwendig umgebaut und durch Anbauten erweitert. Die Herausforderung für Architekt Martin Zeltner und Bauunternehmer Thomas Koch (Ochsenfurt) bestand darin, in dem teilweise in Fachwerkbauweise errichteten Altbau Wände herauszunehmen, Decken neu abzustützen und so Platz für einen Gemeindesaal mit 70 Plätzen zu gewinnen. Ein kleinerer Saal kann 20 Personen aufnehmen. Entgegen der ursprünglichen Planung wird auf eine Außentreppe in die fünf vermieteten Wohnungen in den oberen Stockwerken verzichtet.

Die Außenansicht mit der markanten Türe bleibt erhalten, der Haupteingang wird jedoch in den rückwärtigen Bereich verlegt. Dort entstehen neben zwei behindertengerechten Parkplätzen auch sechs weitere Stellplätze. Die Planungen sehen die Fertigstellung für Mitte 2021 vor und erlauben den Erhalt der großen Kastanie. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) fördert die Baukosten von 900 000 Euro mit 500 000 Euro.

Parkplätze vorm Kaufladen bleiben

Mit der Neugestaltung des Platzes vor dem Dorfladen Kummrei hat eine weitere Baumaßnahme im Dorf bereits begonnen. Bis Ende des Jahres soll der Platz zwei sich gegenüberliegende Anfahrstellen für Busse mit barrierefreien Zustiegsmöglichkeiten bekommen, damit sich Busse auch begegnen können. Mit intensiver Begrünung und Sitzecken soll der Platzcharakter einschließlich des Areals an der Waage erhalten, aber ansprechender gestaltet werden. Die Parkplätze vor dem Kaufladen bleiben, ebenso die Lademöglichkeit für Fahrräder, die um Ladestationen für Kraftfahrzeuge erweitert werden kann. Allerdings wird die Zufahrt schmäler. Die Kosten von 460 000 Euro werden mit 200 000 Euro aus Dorferneuerungsmitteln gefördert.

Auch die Bauarbeiten für eine Umgestaltung des südlichen Dorfeinganges haben bereits begonnen. Zugunsten zweier Minispielfelder für Fußball und Basketball entfällt der Hartplatz, zusätzlich entstehen 26 Parkplätze. Zwischen der Kitzinger Straße und dem vorhandenen Radweg entlang des Sportgeländes entsteht bis Mitte 2021 unter Erhalt des 2,25 Meter breiten Radweges ein 80 Zentimeter breiter bepflanzter Grünstreifen. Die Kosten von 345 000 Euro werden mit 127 000 Euro gefördert.

Erst im kommenden Jahr beginnt die Sanierung der Mittelschule. Eine Überprüfung des Brandschutzes ergab, dass er nicht mehr heutigen Erfordernissen entspricht. Die Kosten von 460 000 Euro werden mit 330 000 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Schule gefördert.

Tagespflege: Investor wird Projekt vorstellen

Eine weitere Großbaustelle entsteht in der Kitzinger Straße, wenn in den kommenden Wochen die einstige Gaststätte "Frankenträubl" abgebrochen wird und nach einer geplanten Bauzeit von 18 Monaten eine Tagespflegestätte mit Wohnungen entsteht. Da das dreiteilige Gebäude nicht nur gebaut, sondern auch betrieben werden muss, dauerte es etwas, bis ein Betreiber vor allem für die Tagesbetreuung gefunden war, schildert Queck. Sobald es wieder möglich ist, möchte er das Vorhaben in einer Bürgerversammlung vorstellen. Dann kann der Investor auch über die Kosten- und Zuschusssituation berichten.

Zusammenfassend stellt Bürgermeister Queck fest, dass alle Bauvorhaben seitens der Gemeinde durchfinanziert auf sicheren Füßen stehen. Da Buchbrunn kaum Gewerbesteuern einnehme, könne auch nichts wegbrechen – in dieser Situation ein Glücksfall, wie Queck unterstreicht. Die vorhandenen Rücklagen reichten für die Finanzierung aus.