"Die Nächste Leerung" – so betitelt der Würzburger Künstler Matthias Braun sein Brunnenkunstwerk in Form eines historischen Briefkastens auf dem neu gestalteten Dettelbacher Postplatz. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Dettelbach hervor. In Form eines Wasserschwalls entleert sich der Brunnen alle 15 Minuten. Der Brunnen wurde auf einem erhöhten Plateau vor dem ehemaligen Amtsgerichtsgebäude in der Fischergasse 2 installiert. Eine Bank und eine Laterne sollen zum Verweilen einladen. Von der "Alten Post" erhielt der auf diese Weise neu entstandene Platz auch seinen Namen, denn das Gebäude beherbergte, nachdem das Amtsgericht ausgezogen war, das Dettelbacher Postamt.

Bei Sanierungsarbeiten im Jahr 2013 wurde an dieser Stelle ein alter Brunnenschacht unter dem Pflaster wiederentdeckt. Dieser Brunnen wird bereits in alten Dokumenten um 1600 erwähnt. Damals gab es im Dettelbacher Altstadtbereich zwei Brunnen: einen zwischen der heutigen Bambergerstraße und der Maingasse und jenen vor dem Anwesen in der Fischergasse 2.  

Brunnen gerieten in Vergessenheit

Als Anfang des 20. Jahrhunderts Wasserleitung und Kanalisation errichtet wurden, benötigte man die Brunnen nicht mehr. Sie wurden abgetragen und gerieten langsam in Vergessenheit. Der Dettelbacher Stadtrat beschloss nach der Wiederentdeckung des Brunnens, den historischen Schacht zu erhalten und wiederherzustellen. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 80 000 Euro, wovon 23 400 Euro durch die Städtebauförderung der Regierung von Unterfranken gefördert wurden, so die Mitteilung.