Der SC Brünnau, 1966 gegründet, feiert derzeit mit verschiedenen Veranstaltungen sein 50-jähriges Bestehen. Aus einst recht kärglichen Verhältnissen hat sich der Sportverein ein kleines Imperium geschaffen. Dazu kommt im Jubiläumsjahr der Aufstieg in die Kreisklasse.

Begonnen haben die Fußballer ihre Mission 1967 im Prichsenstädter Ortsteil Stadelschwarzach auf dem damaligen Ausweichplatz der DJK, nahe der heutigen Kläranlage. Schließlich entstand 1967 am heutigen Standort in Brünnau Auf der Alm das eigene Sportgelände. Drei Meter Gefälle wies das Gelände damals aus, das 1968 in Betrieb genommen wurde. Umgezogen wurde sich in der Dorfgaststätte, ehe am Schulgebäude 1975 Duschen für die Gastvereine gebaut wurden. Die eigenen Spieler mussten sich daheim duschen.

Anfänge in einer Holzhütte

Zum 15-jährigen Bestehen errichteten die Mitglieder am Sportgelände eine Holzhütte für den wirtschaftlichen Bereich. Für damalige Verhältnisse waren diese ersten Anstrengungen schon eine Errungenschaft und erleichterten die Bemühungen, den ganzen Betrieb aufrecht zu erhalten. Das 25-jährige Jubiläum wurde in der Halle von Hans Schwinn gefeiert, die eigens zur Festhalle umfunktioniert wurde.

Im Jahre 1992 baute die Stadt Prichsenstadt ihre Großkläranlage zwischen Laub und Stadelschwarzach. Diese Gelegenheit nutzten die Brünnauer, indem sie den Aushub auf ihr Sportgelände fahren ließen, um das Gefälle auszugleichen. In Eigenleistung säten die Mitglieder den Platz an, der 1996 wieder in Betrieb genommen werden konnte. Für die Bewässerung setzte man wieder in Eigenleistung zwei Zisternen, die immer wieder von den örtlichen Landwirten mit Wasser befüllt wurden. Eine weitere Erleichterung war die Bohrung eines eigenen Brunnens im Jahr 1998. Ein Jahr später schaffte der Verein einen fahrbaren Beregner an, der aber entwendet wurde. So entschloss sich der SC im Jahr 2010 eine Beregnung in den Sportplatz zu bauen. Um die Jahrtausendwende machten sich die Mitglieder Gedanken, die Holzhütte zu erweitern.

Der damalige Bürgermeister Klaus Linz riet dem Verein, über ein Sportheim nachzudenken. Adolf Steigerwald fing mit den Planungen an und bereits im Jahr 2002 war Baubeginn. Durch die enormen Eigenleistungen der Mitglieder wurde die neue Errungenschaft bereits 2003 in Betrieb genommen werden. Zwischenzeitlich wurde im Nachbarort Bimbach ein weiterer Platz angelegt, mit einer Flutlichtanlage bestückt, der heute noch als Trainingsgelände genutzt wird.

Auch der Pfarrer schnürt hin und wieder die Fußballschuhe

Mit einem Festkommers feierte der SC Brünnau offiziell seinen 50. Geburtstag und ehrte dabei verdiente Mitglieder, die sich durch langjährige, ehrenamtliche Arbeit verdient gemacht haben. Viele befreundete Vereine und Ehrengäste standen Pate.
Schirmherr des Jubiläums war mit dem ehemaligen Wirtschaftsminister Michael Glos ein gebürtiger Brünnauer. Den Landkreis vertrat stellvertretender Landrat Robert Finster, die Stadt Prichsenstadt Bürgermeister René Schlehr mit seinen Stellvertretern Alfons Saugel und Martin Ebert, dazu mehrere Stadträte. Für die Kirchengemeinde sprach Pfarrer Jörg Zehelein, der hin und wieder selbst Fußball beim SC Brünnau spielt. Vertreter für den BLSV war Christian Ziermann und vom Bayerischen Fußballverband war Kreisspielleiter Gottfried Bindrim gekommen.
Von Gemeinschaft, Zusammenhalt und eine Lanze brechen für die Ehrenamtlichen war die Rede. Verwunderung sah man in vielen Gesichtern, als SC-Vorsitzender Fred Seßler die Zahl der Mitglieder auf 240 bezifferte, wo der Ort keine 200 Einwohner hat. Der Grund hierfür sei, dass eben diese schon angesprochenen Attribute genau auf diesen Verein treffen. Gerade mal drei Vorsitzende gibt es bis heute im Verein. Gründungsvorsitzender war Hermann Pachtner. Nach zwei Jahren trat Reinhold Motz in seine Fußstapfen und leitete den Verein 31 Jahre lang. Fred Seßler sitzt seit 1999 im Sattel des Sportvereins.
Die sportlichen Erfolge können sich sehen lassen. Brünnau spielt in der nächsten Saison zum dritten Mal in der Kreisklasse (früher B-Klasse). Zweimal wurde eine Meisterschaft errungen, einmal gelang der Aufstieg durch die Relegation. In den Jahren 2005 bis 2007 gewannen die Brünnauer dreimal hintereinander den Pokal der Stadt Prichsenstadt.
Stolz sind die Mitglieder, dass bis zum heutigen Tag zwei Mannschaften gestellt werden können. Dazu gibt es eine Hobbymannschaft, die Volleyball spielt. Die Jugendlichen im Ort spielen derzeit in mehreren Spielgemeinschaften oder JFG-Mannschaften. So hoffen die Brünnauer Verantwortlichen, auch in Zukunft zwei Mannschaften stellen zu können.
Die Ehrung der verdienten Mitglieder, die oftmals über Jahrzehnte ihren Dienst taten, nahmen Vorsitzender Fred Seßler und seine Stellvertreterin Andrea Geisel vor. Trikotwaschen, Abteilungsleiter, Kassier – Arbeiten, die von der Öffentlichkeit oft nicht wahrgenommen wurden, waren das Aufgabengebiet der Geehrten. Ein Ehrungsmarathon schließt sich im Dezember an. Hier werden Personen für ihre jahrzehntelange Mitgliedschaft geehrt.
Zur Unterhaltung spielte eine Bläsergruppe der Blaskapelle Stadelschwarzach.

Heute stehen den Sportlern ein modernes Sportgelände und ein Sportheim zur Verfügung, das keine Wünsche offen lässt. Mit einem Fußballspiel älterer Generationen erfreuten sich die Ehemaligen an dem Geschaffenen.