Das war sicher ein Abschied, wie er Bernhard Brückner gefallen hat: Kurz und knackig, keine großen Reden, ohne Sentimentalität, aber ehrlich und voller Sympathie und am Ende mit langem Beifall. Natürlich hätte die letzte Sitzung des Obernbreiter Rates in dieser Legislaturperiode mehr an Publikum verdient gehabt. Aber das runde Dutzend Anwesender ließ Brückner bereits zu den Worten hinreißen: "Gefühlt sind heute so viele Zuhörer da wie in den letzten zehn Jahren."

Zuhörer, die nur eine kurze Ratssitzung erlebten, die weitgehend von Bekanntgaben geprägt war. Etwa der Tatsache, dass die Sanierung der Mauer zwischen Sonnen- und Staatsstraße gut 4000 Euro gekostet hat, jetzt aber wieder für viele Jahre in Ordnung ist. Oder dass in die Restarbeiten der Sanierung des Spielplatzes Sieben Bäume 6250 Euro einschließlich der Toranlage geflossen sind. Die LKW Kitzingen hat der Gemeinde Geld zukommen lassen: Für die Versorgung von Teilen des Ortes mit Erdgas überwies das Unternehmen 35 700 Euro an die Gemeinde als Rückerstattung für einen Investitionszuschuss.

Dann die Aufforderung des scheidenden Rathaus-Chefs an die Räte: "Masken aufsetzen, Sekt und Körbchen mit Knabberzeug holen" und das natürlich Einer nach dem Anderen. Denn ein bisschen Stimmung sollte trotz Corona-Einschränkungen dann doch aufkommen.

Ort hat sich gut entwickelt

"Glas in die Höhe und ein Schluck auf die letzten sechs Jahre", sagte Brückner, ehe er mit der Verabschiedung von drei Räten begann, die allesamt freiwillig aus dem Gremium scheiden. Je zwölf Jahre hatten Johannes Hörner und Matthias Walz, sechs Jahre Rainer Striffler die Geschicke der Gemeinde am Ratstisch und in verschiedenen Ausschüssen mitbestimmt. Dafür gab es eine Urkunde, einen Erinnerungswimpel, ein Weinpräsent und einen Gutschein.

Dann die Abschiedsworte von Bernhard Brückner selbst, der gerne am nächsten Tag beim Maibaumaufstellen vor dem Rathaus mit Nachfolgerin Susanne Knof den Obernbreitern "Bier und Bratwürscht" ausgegeben hätte. Von 1984 bis 2002 war er, so erinnerte Brückner selber, Gemeinderat, dann 18 Jahre lang 1. Bürgermeister. "Den Staffelstab übergebe ich in vollem Lauf", so Brückner, "das Haus ist bestellt." Die Liegenschaften der Gemeinde, etwa Rathaus, Bauhof, Feuerwehrhaus oder Ärztehaus, alles sei in Ordnung. Wichtig für ihn war immer, ein schlüssiges Konzept zu haben. Und dann folgte noch der Spruch, mit dem ihn sein Vorgänger Friedrich Heidecker das Amt übergeben hatte, als Mahnung an die Nachfolgerin: "Glauben sie bloß nicht, dass sie irgendwann fertig sind."

"Wir alle hätten uns diese Verabschiedung anders vorgestellt", sagte dann Nachfolgerin und 2. Bürgermeisterin Susanne Knof, die sich auch dafür bedankte, wie Brückner sie als seine Vertreterin in die Arbeit des Bürgermeisters hatte blicken lassen. Obernbreits Bürger werden sich sicher an ihn erinnern, wenn sie täglich sehen, wie sich der Ort unter seiner Regie positiv verändert hat. Eine "richtige Würdigung mit angemessener Verabschiedung" werde noch folgen, so Knof.

Zum Abschied gab's für Brückner dann noch einen Reparaturgutschein für seinen Motorroller von den Räten, eine Torte in Rathausform von den Mitarbeitern im Rathaus, ein Porträt von den Archivmitarbeiterinnnen und etliches mehr.