Wegen Computerbetrugs in 38 Fällen hat das Amtsgericht eine 25-Jährige zu einer Bewährungsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Die Frau hatte mit der EC-Karte ihres ehemaligen Freundes ohne dessen Einverständnis von zwei Konten über 7600 Euro abgehoben. Dafür gab es jetzt die Quittung.

Amtsgerichtsdirektorin Helga Müller kam auf eine Gesamtfreiheitsstrafe von 14 Monaten. Sie blieb damit um vier Monate  unter der Forderung des Staatsanwalts, der in fünf Fällen von einem gewerbsmäßigen Vorgehen ausging. Dazu gab es drei Jahre Bewährung und eine Geldauflage von 2000 Euro. Zudem muss die bisher unbelastete Frau die  7639,51 Euro bis auf den letzten Cent zurückzahlen.

Nach der Hauptverhandlung war für das Gericht erwiesen, dass die Frau sich fünfmal von einem Geschäftskonto ihres Ex-Freundes bedient und 5000 Euro abgehoben hat. Das räumte sie auch ein. "Das war ich", sagte sie. Dazu hat sie 33 kleinere Beträge von einem Privatkonto des Geschäftsmannes mitgehen lassen, mit dem sie in der Zeit zusammenlebte.

Karte samt Pin gegeben

Die Version der Angeklagten, die Belastungen seien abgesprochen gewesen, war schnell vom Tisch. "Er war damit einverstanden", sagt sie. "Ich habe von nichts gewusst", sagte der Ex als Zeuge. Nach seinem Auftritt war klar, wie die Sache gelaufen ist.

Weil sie für ihn einen Anzug abholen und bezahlen sollte, hatte der 31-Jährige ihr seine Karte samt Pin gegeben. Die Karte bekam er wieder zurück und steckte sie in seinen Geldbeutel. Irgendwann muss sich die Frau die Karte geschnappt haben und innerhalb gut eines Monats die 5000 Euro vom Geschäftskonto geholt haben. Fast ein halbes Jahr Zeit ließ sie sich, um mit der gleichen Karte immer wieder kleine Beträge von dem Privatkonto zu holen.

Beziehung zu Ende

Dass das nicht aufgefallen ist, liegt daran, dass das Privatkonto nicht das Hauptkonto des Mannes war und nur gelegentlich kontolliert wurde. Aufgeflogen ist alles, als der Bruder und Mitgeschäftsführer des Unternehmens beim Wechsel zu einer anderen Bank die Abhebungen auf dem Geschäftskonto bemerkte. Wenig später fielen auch die anderen Unregelmäßigkeiten auf. Die Beziehung war inzwischen zu Ende. Der Mann zeigte seine Ex-Freundin an.

Die tat sich in der Verhandlung schwer mit ihren Erklärungen. "Alles Wischiwaschi", nannte das der Staatsanwalt. Sie räumte die Abhebungen vom Geschäftskonto ein. Der Mann sei ihr Lohn für Aushilfstätigkeiten schuldig gewesen, habe ihr ein Fahrrad geschenkt und es ihr nach der Trennung nicht gegeben. Zudem habe sie eine Freundin unterstützt, die große Probleme hatte. Den Griff aufs Konto erklärte sie mit einer Mischung aus Wut und Rache.

Beweisfotos 

Beim Privatkonto blieb sie dabei, dass alles einvernehmlich geregelt war. Einige der vorgeworfenen Abhebungen gingen allerdings nicht auf ihr Konto. "Das war ich nicht", sagte sie in vier Fällen, ruderte aber schnell wieder zurück, als das Gericht Fotos aus den Akten präsentierte, die die Frau eindeutig am Geldautomaten zeigte.

Das war es dann. Das Gericht ging von 38 Fällen des Computerbetrugs aus und verhängte die Bewährungsstrafe. Die akzeptierte am Ende auch die Angeklagte. "Wir beenden das jetzt", sagte ihr Verteidiger. Der  Staatsanwalt stimmte zu. Damit ist das Urteil rechtskräftig.