Mehr Licht ins Wirrwarr bei der Auswahl des dritten Nationalparks in Bayern zu bringen war das Ziel, das der Bund Naturschutz (BN) Volkach mit seiner Informationsveranstaltung im katholischen Pfarrheim Volkach verfolgte.

Vorsitzender Willi Freibott freute sich über das große Interesse, das das Thema Nationalparksuche geweckt hat, heißt es in einer Pressemitteilung. In seiner Moderation machte Manfred Engelhardt, Leiter der Kreisgruppe Kitzingen und Sprecher des BN-Beirats, deutlich, dass es schwierig für die Bürger geworden sei, Sachinformationen, Halbwahrheiten und persönliche Eigeninteressen auseinander zu halten und sich ein Bild über die Situation zu machen.

Naturschützer sehen Vorteile

Als Experte war Ralf Straußberger eingeladen, der als Waldbesitzer, Jäger und BN-Waldreferent Erfahrungen in der Waldwirtschaft und im Waldbiotopschutz vorweisen kann. Für den Fachmann könnte die Suche nach dem am besten geeigneten Gebiet wesentlich transparenter gestaltet werden. „Für die Ausweisung eines geschützten Nationalparks in einem bestehenden Naturpark kommt nur Staatswald, kein Privat- oder Bürgerwald in Frage“, betonte Straußberger. Unabhängige Machbarkeitsstudien seien üblicherweise die Grundlage für die Diskussion mit den Bürgern. Solche Analysen geben Fakten, um die Fragen im Detail zu beantworten.

Geordneter Prozess wichtig für Informationsfluss

Bei einem geordneten Prozess gebe es keinen Raum mehr für das Schüren von Macht-, Angst- und Hassgefühlen. Denn jeder Interessierte könne nachlesen, wie die Brennstoffversorgung der Gemeinden sichergestellt sei, welche Anforderungen die Wirtschaft habe und wie sich die Jagd gestalte.

Es werde aber auch offenkundig, dass in einer Nationalparkregion der Personennahverkehr ausgebaut, eine jährliche Förderung von über zehn Millionen Euro gewährleistet sei, eine millionenhohe Wertschöpfung erreicht werde, neue Arbeitsplätze geschaffen werden, die Region attraktiver werde und Abwanderungen der Jugend aus dem ländlichen Raum zurückgehe. Die wissenschaftlichen Erfahrungen von 16 Nationalparks in Deutschland könnten dies belegen.

Gegen den Ausschluss des Nordsteigerwalds

Angesichts der Zukunftschancen eines Nationalparks für die nächsten Generationen sei es unverantwortlich und undemokratisch, dass der Nordsteigerwald aus dem Auswahlverfahren seitens der Staatsregierung einfach ausgeschlossen wurde, so die Mitteilung des BN.

Mittlerweile habe sich eine Allianz von Wirtschaftsvertretern und Politikern mit über 200 Unterzeichnern gebildet, die sich für die Teilnahme des Nordsteigerwalds am Suchprozess einsetzen. Mehr als 6900 Unterzeichner hätten bisher an der Petition „Faire Chance für den Steigerwald“ unter www.verein-nationalpark-nordsteigerwald.de teilgenommen.

Veranstaltungsteilnehmer fanden die Vorstellung großartig, dass die Mainschleife als „Weinschleife“ in Verbindung mit den Weltkulturerbestätten Würzburg und Bamberg stehe und einen Nationalpark als internationales Aushängeschild vor der Haustüre habe.