Am Thema Flüchtlingen kommt in diesen Tagen niemand vorbei. Das war auch beim Auftakt der zehnten Seniorenwochen des Landkreises Kitzingen im Landratsamt so.

Landrätin Tamara Bischof beschrieb dabei die aktuelle Situation mit derzeit 820 Flüchtlingen im Landkreis, verbunden mit der Ankündigung weiterer Zuweisungen am Wochenende. Sie wies darauf hin, dass der Landkreis trotz Einsatz vieler Ehrenamtlicher und Fachpersonals allmählich an seine Kapazitätsgrenzen stoße. Sie forderte den zusätzlichen Einsatz von THW und Bundeswehr zur Entlastung.

Zum eigentlichen Thema erklärte sie, dass die Seniorenwochen inzwischen zur festen Einrichtung wurden. In diesem Jahr gehe es um eine rechtzeitige Neuorientierung im Alter, um möglichst im eigenen Heim alt werden zu können. Zum Auftaktvortrag kam Dr. Stefan Pohlmann, Professor für Gerontologie an der Hochschule München. Er bezeichnete den Alterungsprozess als nicht schicksalhaft, wenngleich für die verschiedenen Altersklassen mit unterschiedlichen Herausforderungen und Begleiterscheinungen in unterschiedlichen Lebenslagen. Das Alter sei oftmals von Krankheiten mit fortschreitender Verschlimmerung und der Gefahr behaftet, Lebensqualität zu verlieren.

Daher müsse die Gesellschaft so beschaffen sein, dass auch im Alter ein Leben mit Lebensqualität geführt werden kann. Pohlmann setzte dazu auf Prävention durch Aktivitäten, auch wenn nicht jeder aktiv bleiben könne. Risiken wie Erkrankung, Abhängigkeit und Exklusion (Ausschluss) sollte jeder zu vermeiden und statt dessen sein Leben positiv zu gestalten suchen. Der Referent bemängelte, dass in Deutschland mehr Geld für Anti-Aging ausgegeben werde als für die Demenzforschung. Er forderte zudem Wohnraumanpassungen, um ein Verbleiben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen, auch wenn das Heim nicht die schlechteste Wohnart sei. Voraussetzung sei allerdings dessen Bezahlbarkeit. Der Auftakt wurde Suzan Baker und Dennis Lüddicke musikalisch gestaltet.