Bei der Umgestaltung der Würzburger Straße in Biebelried läuft alles nach Zeitplan. Über ein mögliches Bebauungsplan-Verfahren für ein weiteres Sondergebiet Photovoltaik wird erst später entschieden. Der Rat vertagte den Punkt und will mehr Informationen. Fast vertagt worden wäre ein Bauantrag und der Abschluss eines Nutzungsvertrags mit der Autobahn GmbH.

In der Würzburger Straße sind die Arbeiten für die Umgestaltung angelaufen. Zurzeit werden die Wasserleitungen verlegt und die Hausanschlüsse gemacht. Darüber informierte Gabriele Brejschka, die in Vertretung von Bürgermeister Roland Hoh die Sitzung leitete, den Gemeinderat in der jüngsten Sitzung. Danach werden die Hauptkanäle neu gemacht. Auch sollen Leerrohre für die Telekom verlegt werden.

Angefragt hatte ein Unternehmen, das bei der Autobahnausfahrt Biebelried auf der Seite Richtung Rottendorf links der Bundesstraße 8 eine etwa 13,7 Hektar große Freiflächen-Photovoltaikanlage errichten möchte. Für Verwunderung sorgte der negative Beschlussvorschlag in den Sitzungsunterlagen nicht nur bei Gemeinderätin Andrea Czech. Denn da stand zu lesen: "Die Gemeinde Biebelried wünscht keine Ausweisung eines Sondergebiets Photovoltaik am vorgeschlagenen Standort." Sie tue sich schwer, hier zu entscheiden, auch wegen des Mangels an weiteren Informationen. Bürgermeisterin Gabriele Brejschka erklärte, dass sie dazu nur in nichtöffentlicher Sitzung etwas sagen könnte. Die Mehrheit stimmte für eine Vertagung.

Sichtschutzzaun "zu wuchtig"

Nicht zuletzt wegen fehlender Unterlagen, die Verwaltung hatte eine fehlende Berechnung zur Grund- und Geschossflächenzahl moniert, wollte Andrea Czech den Bauantrag zur Errichtung einer Balkonanlage in der Hauptstraße in Biebelried erst in der nächsten Sitzung behandelt wissen. Bei Stimmenggleichheit (5:5, Gemeinderat Frank Hoh war befangen) war Czechs Antrag auf Vertagung abgelehnt. Mit 7:3 Stimmen erteilte das Ratsgremium schließlich sein Einvernehmen.

Beim Punkt "Anfragen und Anregungen des Gemeinderats" meldete sich dann Frank Hoh zu Wort. Er erklärte, dass in Biebelried Balkon- oder Terrassenflächen nicht in die Grund- und Geschossflächenzahl mit einflössen.

Kein Einvernehmen gab es zum Antrag auf Errichtung eines 1,80 Meter Sichtschutzzaunes für ein Grundstück "Am Steinbruch". Gemeinderat Gunnar Krauß fand das Bauwerk "massiv", gerade am Rande der Siedlung, welches das Bild der Siedlung massiv verändern würde. Auch für Jochen Neubert war es zu wuchtig, zumal fas das ganze Grundstück dann "eingebunkert" sei. Andrea Czech konnte die Argumente des Bauwerbers verstehen, aber nicht in der Lage, in der Höhe und in der Länge.

Gabriele Brejschka verwies auf die Festsetzungen im Bebauungsplan "Am Mainstockheimer Weg II". Nach diesen ist ein solches Bauwerk nicht zulässig. Erlaubt wäre zum öffentlichen Raum hin nur eine Höhe von 80 Zentimeter, zum Nachbarn hin wäre maximal 1,50 Meter, aber in Form eines Maschendrahtzauns mit Bepflanzung. Deshalb erteilte der Rat kein Einvernehmen.

Nutzungsvertrag mit der Autobahn GmbH

Wegen der Bauarbeiten auf der Autobahn A 7 muss mit der Autobahn GmbH ein Nutzungsvertrag geschlossen werden, weil hier die Gemarkung Kaltensondheim betroffen ist. Gabriele Brejschka informierte, dass dieser von der Verwaltung noch überarbeitet worden sei. Andrea Czech und Christine Wolf beschwerten sich, dass man über einen Vertrag abstimmen sollte, den man noch nicht gelesen habe.

Barbara Mechler hätte es besser gefunden, wenn man den Vertrag schon rechtzeitig vorher gehabt hätte. Dazu fragte Gunnar Krauß, was sich denn geändert hätte, wenn der Vertrag schon vorher in den Sitzungsunterlagen dabei gewesen wäre. Ihm fehle dazu die Fachkenntnis. Manfred Kleinschrodt bekräftigte, dass er sich da ein Stück weit auf die Verwaltung verlasse, dass der Vertrag sorgfältig ausgearbeitet worden sei.

Gabriele Brejschka wies darauf hin, dass man in der Verwaltungsgemeinschaft derzeit drei Stellen ausgleichen müsse. Man habe sich bemüht, den Vertrag zur Sitzung vorlegen zu können. Letztlich stimmten alle dem Vertragswerk zu.