Fußballfreunden bietet der SV Sickershausen nur die besten Spiele. Nicht unbedingt mit seiner eigenen Mannschaft. Denn die kämpft in der Kreisklasse gegen den Abstieg. Seit Jahren zeigt der Klub im Sportheim Bundesliga und Champions League aus dem Bezahlfernsehen. Ein teures Vergnügen. Das Abonnement schlägt im Jahr mit 2400 Euro zu Buche. Wie sich die Summe refinanzieren lässt, war ein Thema in der Hauptversammlung.

„Würden jeden Tag die Bayern spielen, wäre das Sportheim immer voll.“
Uwe Köhler, Vorsitzender beim SV Sickershausen

Durch den Getränkeverkauf war der Betrag nicht zu stemmen gewesen. Bis zuletzt hatten die Sickershäuser ein Sparschwein durch den Gastraum wandern lassen – mit wenig Erfolg. Der Vereinsvorstand wollte deshalb offensiv um eine Spende von 50 Cent je Besucher bitten. Manch anderer schlug vor, die Getränkepreise beim Fußballschauen zu erhöhen.

Die Mehrheit der Mitglieder wollte beides nicht. Stattdessen soll alles beim Alten bleiben. Nur soll nachdrücklicher auf die Spendendose hingewiesen werden.

Die Einnahmen im Sportheim, das der Verein in Eigenregie betreibt, waren im vergangenen Jahr um gut 20 Prozent zurückgegangen. Grund: Das Klubheim blieb häufiger geschlossen, weil es nicht genug Thekenpersonal gab.

Der Verein müht sich um Abhilfe. Waren es bislang 22 Mitglieder, die Dienst im Sportheim leisteten, gab es zuletzt 54 Zusagen – genug, um die Öffnungszeiten wieder auszudehnen. Der Wunsch des Vorsitzenden Uwe Köhler wird sich jedoch nicht erfüllen lassen: „Würden jeden Tag die Bayern spielen, wäre das Sportheim immer voll.“

Ein anderer Traum der Sickershäuser ist ein zweiter Sportplatz. Bislang beanspruchen sämtliche Mannschaften das einzige Rasenspielfeld zum Training und für Spiele. Der Verein hat eine Ackerfläche im Auge, die an das Sportgelände grenzt. Das Grundstück gehöre einer Erbengemeinschaft, wie Vorsitzender Köhler sagte: „Leider hat eine Eigentümerin unsere Anfrage bisher vollkommen ignoriert.“

Finanziell gelang es dem SV Sickershausen auch 2013 wieder, einen Teil seiner Schulden abzubauen. Spätestens in drei Jahren sollen sämtliche Verbindlichkeiten getilgt sein, so Köhler. 2013 feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen, aus dessen Anlass zahlreiche Spenden eingingen.

Die Hilfsbereitschaft der Mitglieder beeindruckte den seit 2005 amtierenden Vorsitzenden besonders: „Ursprünglich wollte ich nach dem Jubiläum aufhören, doch der Zusammenhalt hat mich vom Gegenteil überzeugt.“ So wurde Köhler für drei weitere Jahre an die Spitze des Vereins gewählt – genauso wie die übrigen Mitglieder des Vorstands.

Die übrigen Posten konnten mit Ausnahme des Fußball-Jugendleiters ebenfalls besetzt werden. Carsten Gringel überraschte mit seinem Rückzug. Er war seiner Aufgabe überdrüssig geworden, weil ihm die Unterstützung fehlte, wie er feststellte: Trainer, Betreuer und Fahrer hätten ihn immer wieder im Stich gelassen. Ein Nachfolger fand sich nicht.

Wahlen und Ehrungen beim SV Sickershausen

Wahlen: Vorsitzender: Uwe Köhler, Stellvertreter: Rainer Spiegel, Schatzmeister: Hans Rahmann, Geschäftsführer: Roland Friedel, Schriftführerin: Heidrun Müller; Abteilungsleiter Fußball: Thomas Köhler, Christoph Wiedemann, Timo Tratschke; Frauenfußball: Walter Fuchs; Aerobic: Alexandra Köhler, Petra Uhl; Damengymnastik: Anne Schüßler, Petra Fink; Theatergruppe: Udo Müller; Kinderturnen: Melanie Gringel, Hiltrud Weimann;

Vereinsausschuss: Herbert Köhler, Matthias Heinkel; Kassenprüfer: Thomas Beer, Dieter Heinkel.

Ehrungen: 30 Jahre Mitgliedschaft: Sabine Wenkheimer, 40 Jahre: Willi Schöffberger, 50 Jahre: Manfred Monat; 10 Jahre Vereinsmitarbeit: Walter Fuchs, Uwe Schlegelmilch, 20 Jahre: Hans Rahmann; neue Ehrenmitglieder: Armin Marstaller, Manfred Monat, Helmut Rabenstein. mkä