Mit Hilfe von Strohmännern hat ein 51-Jähriger vor vier Jahren insgesamt elf hochwertige Fahrzeuge mit falschen Papieren zugelassen. Die zehn Autos und das eine Motorrad waren zum Großteil in Italien gestohlen oder unterschlagen und auf unbekannten Wegen nach Deutschland gebracht worden.

Jetzt wurde der ehemalige Autohändler und Gastronom aus dem Raum Schweinfurt  vom Schöffengericht in Kitzingen zu einer Freiheitstrafe von 23 Monaten verurteilt, wegen gewerbsmäßige Urkundenfälschung und Geldwäsche in besonders schweren Fällen. Er bekam Bewährung.

Zu verdanken hat er die Bewährung neben einem leeren Bundeszentralregister und einer günstigen Sozialprognose seinem umfassenden Geständnis und einer Absprache zwischen allen Prozessbeteiligten. Danach wurde ihm bei einem vollen Geständnis eine Freiheitsstrafe zwischen 21 Monaten und zwei Jahren in Aussicht gestellt - als Bewährung. Mit der Absprache hat sich das Schöffengericht eine umfangreiche Beweisaufnahme erspart. Die zahlreichen geladenen Zeugen konnten wieder ausgeladen werden. Das Verfahren dauerte nicht zwei Tage, sondern letztlich knapp zwei Stunden.

"Grober Überblick"

Nach dem Geständnis und dem "groben Überblick", den der Hauptermittler als Zeuge gab, war klar, dass mit dem 51-Jährigen ein eher kleiner Fisch auf der Anklagebank saß. Der Ermittler sprach von "mafiösen Strukturen". "Das geht nicht mit einer kleinen Räuberbande", so der Kripobeamte zum professionellen Vorgehen der Autoschieber: "Da steht ein Netzwerk dahinter und der Angeklagte war das letzte Glied in der Kette." Der habe aus Geldnot mitgemacht. Die Hintermänner waren nach den Aussagen des Polizisten nicht zu ermitteln.

Der Ablauf der Zulassungen in Deutschland schon. Alles ging am 15. Juli 2016 los. Da wollte der Angeklagte mit einem Strohmann am Freitag vor Dienstschluss gegen 13 Uhr vier BMW X6 am Landratsamt in Kitzingen zulassen. Da machte der zuständige Zulassungsstellenleiter aber nicht mit. Er vertröstete die Kunden am Montag, prüfte die Papiere, entdeckte die Fälschungen und schaltete die Polizei ein.

In Kitzingen Autos zugelassen

Die ermittelte und kam zu dem Schluss,  dass der Mann bei elf Zulassungen von teilweise hochwertigen Autos, vom BMW X 6 bis zum Audi Q 7, "die Finger im Spiel" hatte. Er hat in Kitzingen und Schweinfurt die Autos und ein Motorrad zuzulassen und legte jeweils unechte Papiere vor. Dafür hat er ein Handgeld von 250 bis 400 Euro erhalten und auch sein Autohandel dürfte davon profitiert haben.

Vier Jahre später ließ er seinen Anwalt erklären: "Mein Mandant will einen Schlussstrich ziehen." Alle Vorwürfe würden eingeräumt, weitere Angaben allerdings nicht gemacht. Der bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getretene Mann habe sich aus seinen Geschäften zurückgezogen.

Berg an Schulden

Der Familienvater mit einem Berg an Schulden versuche, seinen Lebensunterhalt "mit seiner Hände Arbeit zu verdienen". Er arbeite auf dem Bau, sei derzeit wegen der Coronakrise ohne Job, hoffe aber bald wieder auf eine Arbeit.

Die 23-monatige Bewährungsstrafe gibt ihm dazu die Chance. Bis er wieder Arbeit hat, kann er an den Auflagen der dreijährigen Bewährung arbeiten. Eine davon sind 400 Stunden soziale Hilfsdienste, die er abarbeiten muss.