Das Gymnasium in Wiesentheid war Gastgeber für die Verleihung der Auszeichnung „Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21-Schule“. Mit diesem Titel dürfen sich dieses Schuljahr wieder 88 Schulen in Unter- und Oberfranken schmücken, wobei die Wiesentheider mit der Grundschule Kitzingen-Siedlung als einzige Bildungseinrichtungen aus dem Landkreis Kitzingen geehrt wurden.

Der stellvertretende Schulleiter des Steigerwald-Landschulheims (LSH), Markus Henneberger, begrüßte die Vertreter von 64 Schulen, die nach Wiesentheid gekommen waren. Die Auszeichnung, die seit 14 Jahren vom Landesbund für Vogelschutz vergeben wird, nahm dessen Präsident Norbert Schäffer vor. Schäffer hob angesichts des Klimawandels die immer größer werdende Bedeutung hervor, jungen Menschen Umweltbewusstsein zu vermitteln.

Darauf ging auch der Landtagsabgeordnete Otto Hünerkopf ein. Er wies darauf hin, dass die Grundlage des Lebens in der Umwelt und der Natur lägen. Ihn habe einst ein Lehrer für dieses Thema begeistert. Deshalb sei es wichtig, dass Lehrer beispielhaft voran gingen. Dabei hatte er nicht nur die beiden Wiesentheider Lehrer Ulrike Sandmeyer-Haus und Matthias Mann im Blick, die dort maßgeblich mit dem Thema betraut sind.

Als Festredner hielt Christoph Goppel vom bayerischen Staatsministerium für Umwelt die Laudatio auf die Schulen. Laut der neuen Shell-Studie hielten aktuell 34 Prozent der Kinder und Jugendlichen Umwelt und Natur für mit das wichtigste Thema in unserer Gesellschaft. Das seien wesentlich mehr, als noch vor zehn Jahren und zeige, dass diese Themen ins Spektrum der Jugend gerückt seien.

Goppel hob hervor, dass noch nie so viele bayerische Schulen, wie diesmal an dem Wettbewerb teil genommen hätten, die Anzahl stieg von 120 im Jahr 2010 auf nun 280. Das Portfolio der Aktionen sei sehr breit gewesen; biologische, aber auch soziale und andere Themen wurden aufgegriffen. Der Freistaat investiere 3,8 Millionen Euro in das Projekt. Insgesamt dürfen sich in Bayern 134 Schulen mit dem Qualitätssiegel schmücken.

Beispielgebend betreut etwa das Gymnasium in Wiesentheid seit einigen Jahren den Werdsee in unmittelbarer Nachbarschaft der Schule. Außerdem ist unter anderem der vor zwei Jahren angepflanzte Schul-Wald und dessen Pflege ein Schwerpunkt. Ulrike Sandmeyer-Haus hat Schülern in Kursen erklärt, wie Fossilien entstehen. Dazu wurden verschiedene Exkursionen gemacht. Sie hält die Erfahrungen in der Natur, in der Praxis, als sehr wichtig für die Schüler. Seit sechs Jahren ist das LSH bereits Umweltschule.

Die Grundschule Siedlung in Kitzingen hat ein breites Spektrum an Aktionen im Jahresverlauf angeboten. Unter anderem gibt es einen Aktionstag, an dem wieder alle 16 Klassen teilnehmen, erläuterte Schulleiterin Heike Scheller-Schneider. Ein eigens erstelltes Heft über die Schule informiert darüber.

Eine Liste der ausgezeichneten Schulen gibt es auf der Homepage des Landesbunds für Vogelschutz: www.lbv.de