Auf dem Radweg in Etwashausen sind im September 2020 drei junge Frauen aneinandergeraten. Zwei beste Freundinnen sollen dabei eine junge Frau geschlagen, getreten und beleidigt haben. Was bei dem als klärendes Gespräch über eine Beziehung gedachten Aufeinandertreffen tatsächlich gelaufen ist, blieb am Ende der Verhandlung vor dem Jugendgericht in Kitzingen offen.

Jugendrichter Wolfgang Hülle stellte das Verfahren wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung ein. Die beiden müssen je 100 Euro an den Kreisjugendring zahlen. Dass das Verfahren ohne Urteil endete, lag auch an dem vermeintlichen Opfer. Die junge Frau hatte die beiden Freundinnen zwar angezeigt und massiv beschuldigt, in der Verhandlung, zu der sie als Zeugin geladen war, hat sie sich aber nicht sehen lassen.

Also gab es am Ende zwei Versionen, dieses "Klassikers unter den  Eifersuchts und Beziehungsgeschichten" wie es ein Beteiligter sagte. Da war die junge Frau, die am Ende des Gesprächs mit Prellungen und Hämothomen ins Krankenhaus musste. Die hatte mit dem damaligen Freund einer der besten Freundinnen eine Beziehung angefangen und das der 17-Jährigen mitgeteilt. Die glaubte das nicht, wollte ein klärendes Gespräch. Zu dem hatte sie ihre gleichaltrige beste Freunding mitgebracht.

Beleidigungen auf beiden Seiten

Es kam schnell zu Beleidigungen auf beiden Seiten, wobei "Schlampe, Hure und Psycho" nicht die einzigen Schimpfworte blieben. Nach einer Schubserei soll die vermeintlich betrogene 17-Jährige der Rivalin Schläge mit der flachen Hand ins Gesicht verpasst haben. Man kam sich in die Haare. Die Frau ging zu Boden und dort soll sie die beste Freundin mehrfach getreten haben. .

"So war das nicht", sagten die Angeklagte, die ins Gesicht geschlagen haben soll. Da gebe es eine Vorgeschichte. Irgendwann im August habe die ihr bis dahin unbekannte Frau angefangen, auf Instagram mitzuteilen, sie habe ein Verhältnis zu ihrem Freund. "Da war hundertprozentig nichts dran", sagte die 17-Jährige, aber die Frau habe immer neue Lügen erfunden und ihren Freund belastet. Schließlich habe sie die zur Rede stellen wollen und zum Gespräch an den Main eingeladen.

Eskalation

"Da ist die Sache eskaliert", räumte sie ein. "Ja, ich habe sie beleidigt", sagte sie dem Gericht, an den Haaren gezogen und mit der flachen Hand an den Kopf geschlagen. Die Verletzungen an Armen und Beinen können sie sich nicht erklären. Die Freundin bestätigte die Version und wollte vor allem von Tritten nichts wissen.

Was tatsächlich auf dem Radweg am Main passiert ist, war nicht zu klären, zumal die wichtigste Zeugin fehlte und auch bei der Polizei zugesagte Unterlagen wie Chatverläufe nicht  vorgelegt hat. Die beiden Freundinnen seien noch nie aufgefallen und auf einem guten Weg. Sie wüssten und hätten eingesehen, dass die Aktion nicht richtig war und hätten von sich aus  einen materiellen Ausgleich angeboten, sagte Hülle und schlug die  Einstellung des Verfahrens vor. Alle machten mit. Damit ist die Sache strafrechtlich erledigt.