Der August 2017 wird als eher durchschnittlicher Monat in die Wetteraufzeichnungen eingehen. Sowohl beim Niederschlag als auch bei den Temperaturen lag er im langjährigen Mittel. Das freut die Bauern. Die rechnen beim Mais mit einer guten und bei den Zuckerrüben gar mit einer sehr guten, wenn nicht mit einer Rekordernte.

Ausgleich im Juli

Der nasse Juli hat mit seinen 121 Litern (statt der üblichen 59) nach einem trockenen Jahresauftakt für Voraussetzungen für die guten Aussichten gesorgt. Sowohl dem Mais aber vor allem den Rüben hat der Regen gut getan. Das gilt auch für das Grünland, wo es einen ergiebigen zweiten und dritten Schnitt gab. Zudem sind die Zwischenfrüchte, die meist dem Bodenschutz dienen, gut aufgelaufen.

Vor dem Start

Laut Thomas Karl, Pflanzen- und Wetterexperte am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen, stehen die Erntemaschinen in den Startlöchern. Er rechnet sowohl bei den Rüben wie auch beim Mais mit dem Erntebeginn noch in dieser, spätestens aber in der nächsten Woche. Wobei die Lage beim Mais nicht ganz so rosig ist wie bei den Rüben. Wie Karl sagte, gibt es Probleme mit dem Maiszünsler. Die Raupe des Kleinschmetterlings hat sich in manchen Beständen eingenistet und sorgt für sichtbare Schäden und abgeknickte Stängel.

Temperaturen

Die Zahlen vom August: Der Sommermonat war mit einer Durchschnittstemperatur von 19,4 Grad rund 1,4 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. „Eine Hitzewelle blieb aber aus“, so Karl. Am wärmsten war es am 30. August mit 31,7 Grad. Insgesamt stieg das Thermometer nur an zwei Tagen über 30 Grad, dafür an 19 Tagen über 25 Grad.

Milde Nächte

Dass es am Ende ein warmer Monat wurde, dafür sorgten vor allem die milden Nächte. Nur an fünf Tagen fielen die Temperaturen unter zehn Grad, was sonst im achten Monat des Jahres durchaus üblich ist. Am „kältesten“ war es am 22. August mit nur 8,7 Grad.

Knapp daneben

Beim Niederschlag lag der August am Ende bei 58 Litern pro Quadratmeter. Er hat damit den Durchschnitt von 59,2 Litern nur knapp verfehlt. Der regenreichste Tag war der 10. August mit 15 Litern und auch der 17. August brachte mit zehn Litern ergiebigen Niederschlag. Insgesamt gab es 17 Regentage. Der Regen war aber nur an acht Tagen mit über einem Liter wirklich spürbar. Alles andere war „Leut' erschrecken“, wie Karl zu dem Thema zu sagen pflegt.

Gute Chancen

Seit Jahresanfang hat Karl bisher 403 Liter an der Messstelle in der Mainbernheimer Straße in Kitzingen gemessen. Damit liegt das Jahr sieben Liter unter dem Durchschnitt von 410 Millimetern pro Quadratmeter um diese Zeit. Damit gibt es nach einem trockenen Start gute Chancen, dass das Jahr am Ende seinen Durchschnittswert von 590 Liter erreichen kann.

Sonne im Schnitt

Bleiben noch die Sonnenstunden. Da hat sich der August mit 218 Stunden „ganz ordentlich gehalten“, wie Karl sagte. Vor einem Jahr waren es allerdings noch 266 Stunden. Da hatte sich allerdings ab dem 7. August so gut wie keine Wolke mehr am Himmel sehen lassen. Dass es auch anders geht, zeigt beispielsweise das Jahr 2006, als sich die Sonne an gerade einmal 121 Stunden sehen ließ. Beim August 2017 also – unterm Strich – alles im grünen Bereich.