Die Schülerzahlen am Beruflichen Schulzentrum Kitzingen-Ochsenfurt (BSZ) sind seit dem Schuljahr 2017/18 rückläufig. Darüber berichtete Gerlinde Porzelt (Ochsenfurt) dem Zweckverband im Großen Sitzungssaal des Kitzinger Landratsamts. Dass in Berufen wie Bäcker und Konditor weniger ausgebildet wird, ist bekannt. Dass der Rückgang aber auch Kfz-Mechatroniker und die Weintechnologie betrifft, war für die Vorsitzende Tamara Bischof neu. Andere Berufe wie Land- und Baumaschinenmechatroniker haben wie auch die Gastronomie hingegen zugelegt.

Im Schuljahr 2020/21 wurden 1867 Schüler in 87 Klassen gezählt, darunter 86 Besucher der Berufsfachschulen Kinderpflege, Ernährung und Versorgung sowie 89 Besucher in BI-Klassen (Flüchtlingsbeschulung) und 60 im Berufsgrundschuljahr (ohne Ausbildungsplatz). Im Vorjahr waren 192 Schüler mehr gemeldet. Der stellvertretende Vorsitzende Thomas Eberth (Würzburg) rief die Versammlung dazu auf, die Schulen verstärkt zu bewerben.

Sozial benachteiligte Schüler werden beraten und betreut 

Über die digitale Ausstattung berichtete Robert Schöfer (Kitzingen), dass Lehrkräfte an Online-Fortbildungen und -besprechungen teilnahmen und Geräte für Schüler angeschafft wurden. Zur Sozialarbeit an den Schulen erklärte Matthias Renninger, er stehe seit 2014 tageweise sowie bei Bedarf an beiden Schulen im Einsatz, um sozial benachteiligte Schüler zu betreuen und zu beraten sowie Lösungswege zur Problembewältigung zu suchen.

Im Kitzinger Landratsamt betreut Renate Moller den Zweckverband und seine Schulen. Sie unterstrich, dass durch gemeinsame Ausschreibungen Synergieeffekte frei gesetzt wurden. Die Zusammenlegung der an Glasfasertechnologie angebundenen Surfer-Standorte in einen zentralen Standort habe Pflege und Betreuung vereinfacht. Bei der Anschaffung von Hardware im Wert von 81 000 Euro seien alle möglichen Förderprogramme in Anspruch genommen und Fördermittel bewilligt worden. Dazu zählt die Anschaffung von 55 Notebooks und Laptops als Schülergeräte.

Nach einem Planerwechsel habe es keine neue Planung gegeben, berichtete Kreisbaumeister Joachim Gattenlöhner. Schreinerwerkstatt und Gastronomie seien umzubauen, Konditorei- und Bäckereinrichtung seien vor der Fertigstellung. Eine grobe Kostenschätzung kündigte er für den Herbst an, danach könnten Abstimmungsgespräche mit der Regierung geführt werden.

Aus Gastschulbeiträgen fließen mehr als eine Viertelmillion

Die Jahresrechnung 2020 wurde mit einem Gesamtsollüberschuss von 352 542 Euro zur Kenntnis genommen. Kreiskämmerer Toni Orth sah den Überschuss im Wesentlichen im Verwaltungshaushalt mit 377 642 Euro. Dazu trugen auch 258 900 Euro aus Erstattungen von Gastschulbeiträgen bei. Auch an anderen Positionen traten Einsparungen durch Minderausgaben wie Heizungs- und Reinigungshalle und Hallenbad auf. Ähnlich verlief das Haushaltsjahr im Vermögenshaushalt, wo es durch Minderausgaben zu Einsparungen kam. Der Zweckverband ist laut Orth weiterhin schuldenfrei.

Die Jahresrechnung hat zur Folge, dass der Haushalt 2021 wegen des erhöhten Hygieneaufwandes auf ein Volumen von fast zwei Millionen Euro steigt, andere Kosten aber zurückgehen. Die Verbandsumlage je Schüler wird auf 221 Euro (Vorjahr: 319 Euro) zurückgeführt. Dem Vermögenshaushalt können 145 845 Euro zugeführt werden. Hier sorgen 217 000 Euro Fördermittel für Digitalisierung für Entspannung.

Landrat Eberth regte – unterstützt von Tamara Bischof – an, die Integration der Berufsförderschulen in den Zweckverband zu prüfen. Beide verabschiedeten Gerlinde Porzelt (Ochsenfurt) in die Altersteilzeit.