Bei der Feuerwehr Fahr, die am Samstagabend in Verbindung mit dem Sommerfest ihr 140-jähriges Bestehen feierte, blickt man optimistisch in die Zukunft. Wie der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Günter Dittmann, in seiner Festansprache betonte, sei jede Feuerwehr auf Nachwuchs und das Interesse junger Menschen angewiesen. In Fahr habe man das Glück, Feuerwehranwärter zu haben, die sich dieser Aufgabe stellen.

Eine Anmerkung zur technischen Ausrüstung musste Vorsitzender Dittmann dann loswerden. So sollte das nur noch bedingt einsatzfähige, 34 Jahre alte Feuerwehrfahrzeug bereits 2009 durch ein neues Auto ersetzt werden. Leider fand diese Investition im Haushalt der Stadt Volkach auch in diesem Jahr keine Berücksichtigung. „Wenn wir unsere Jugend nicht fördern und ihnen etwas bieten können, kann es leicht passieren, dass diese dann auch aus dem Feuerwehrdienst ausscheidet“, sagte Dittmann.

Kommandant Kilian Meusert sprach von einem bedeutenden Ereignis für den Ort. „Wir können zu Recht stolz sein, dass wir auch in schwierigen Zeiten immer aktive Arbeit zum Wohl der Allgemeinheit geleistet haben.“ Das 140-jährige Bestehen beweise aber auch den Geist, der in der Fahrer Wehr lebendig ist, um sich einerseits für das Hab und Gut der Mitbürger einzusetzen und andererseits zum gesellschaftlichen Leben des Ortes einen nicht unerheblichen Anteil zu leisten. Ebenso wie Dittmann appellierte er trotz notwendiger Sparmaßnahmen der Stadt Volkach an einen Prioritätskatalog, bei dem die Finanzierung der Sicherheitsausstattung sowie der Hilfsmittel und Einrichtungen der Feuerwehren ganz wichtig sei.

Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Günter Dittmann nahm die Feier zum Anlass, in der Chronik zu blättern. So hielt am 10. Mai 1874 die Patenwehr aus Untereisenheim in Fahr eine Übung ab – mit dem Ergebnis, dass auch in Fahr eine Feuerwehr ins Leben gerufen wurde. Bereits im Gründungsjahr hatte man eine Mannschaftsstärke von 101 Personen, so Dittmann. Dieses Verzeichnis wurde am 20. August durch den Bürgermeister Fröhlich beglaubigt. Während früher die Kirchenglocken und der Hornist zum Brand riefen, gebe es heute Sirenen, Telefone und Funkeinrichtungen.

Auf die ständig wachsenden Aufgaben der Feuerwehr wies Kommandant Kilian Meusert hin. Jeder Feuerwehrmann müsse seine Grundausbildung durchlaufen und sich jährlich aus- und weiterbilden.

In einer Ausstellung, die Günter Nicola und Günter Dittmann organisierten, konnten die Besucher Stationen in der 140-jährigen Geschichte der Fahrer Feuerwehr in Augenschein nehmen. So wurde eine Ehrenlöschordnung aus dem Jahre 1903 präsentiert. Vom Feuerwehr-Bezirksverband festgehalten wurde damals, wer im Falle eines Brandes zu Hilfe in der Gemeinde verpflichtet war.

Unter anderem waren Bilder vom 25-jährigen Bestehen im Jahre 1900 und ein Ehrendiplom aus dem Jahre 1924 für einen Aktiven mit 50-jährigem Feuerwehrdienst zu sehen. Und wer wollte, der konnte auch auf der alten Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1891 Platz nehmen.