Seit Ende vergangenen Jahres gibt es Meldungen über Giftköder, die in der Nähe des Kitzinger Tierheimes auftauchen. Scheinbar ist dort ein Hundehasser unterwegs. Ein dreijähriger Hund erlag am 3. Januar einer Vergiftung. Wie die Besitzerin bestätigte, sei er laut der Tierärztin „ganz sicher an einer Vergiftung gestorben“. Ein weiteres Tier konnte gerade so gerettet werden: Die Frau war mit dem Tier am Golfplatz spazieren. Kurz danach habe der Hund erbrochen. Ein Tierarzt habe die Vergiftung bestätigt. Dem Hund geht es inzwischen wieder besser. Dazu Fragen an Gerd Menche, Chef des Kitzinger Tierschutzvereins.

Wie ist Ihr Stand - treibt ein Hundehasser sein Unwesen in Kitzingen?

Gerd Menche: Die Fundorte der Köder befinden sich im engeren und weiteren Umkreis des Tierheims. Diese Gegend ist bei Hundefreunden als Spazierweg beliebt, hier werden nicht nur Tierheimhunde ausgeführt. Das Gift war jeweils in Leberwurst verpackt, darauf spricht jeder Hund sofort an. Es ist also davon auszugehen, dass das Gift ganz gezielt ausgelegt wurde, um Hunde zu treffen.

Die Giftanschläge finden rund um das Tierheim statt - vermuten Sie einen Zusammenhang?

Menche: Ja, absolut. Aus meiner Sicht ist hier Absicht im Spiel.

Von wie vielen Ködern wissen Sie?

Menche: Über das Ausmaß der Fälle und den Stand der Ermittlungen liegen uns als Verein keine Informationen vor. Wenn ein Hund Vergiftungserscheinungen zeigt oder ein Köder gefunden wird, wird das vom Hundebesitzer direkt oder in einigen Fällen auch über den Tierschutzverein der Polizei gemeldet. Wir wissen von vier bis fünf Fällen seit Anfang Januar.

Wir Giftködern die richtige Aufmerksamkeit entgegen gebracht - etwa von der Polizei?

Menche: Leider erhielten wir von der Polizei auch in diesen Fällen keine Rückmeldung. Eine bessere Kommunikation und Information mit der Polizei wäre für uns sehr hilfreich.

Was müsste aus Ihrer Sicht in solchen Verdachtsfällen anders/besser gemacht werden?

Menche: Es müssten öffentlich mit Anschlägen an den Fundorten Warnhinweise angebracht werden.

Müssten Tiere vom Gesetzgeber besser geschützt werden?

Menche: Es ist bekannt, dass Tiere rechtlich noch immer als Sachen bezeichnet werden. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich seit Jahren - bisher leider vergeblich - für eine Änderung der Gesetzeslage ein. Dann wären auch drastische Strafen, wie wir sie erwarten und fordern, als Abschreckung möglich.

Wie oft sind Ihnen Giftköder in Ihrer Amtszeit schon untergekommen?

Menche: In den vergangenen Jahrzehnten es gab immer mal vereinzelte Vergiftungsfälle, aber ein gehäuftes Auftreten wie jetzt ist noch nicht vorgekommen.

Belohnung: Der Tierschutzverein Kitzingen hat 500 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zum Täter führen. Hinweise an die Polizei Kitzingen unter Tel.: (09321) 1410.