Bei der Ausweisung von künftigem Bauland will die Gemeinde Wiesentheid kein Risiko mehr eingehen. In der Feriensitzung des Gemeinderats am Mittwochabend teilte Bürgermeister Werner Knaier mit, dass die Gemeinde jeweils Bodengutachten in Auftrag gegeben hat, bevor die Erschließung weiterer Flächen im Weihersbrunnen in Wiesentheid sowie die Ausweisung des neuen Areals in Geesdorf erfolgt.

Damit zieht die Kommune ihre Lehren aus einem Vorfall im Ortsteil Geesdorf, wo sie vor rund zwei Jahren einiges Geld in den Sand setzte. Dort wurde ohne Untersuchung des Areals mit den Arbeiten für Kanal und Wasser sowie der Straße begonnen. Nach einiger Zeit stellten Anwohner des als Baugrund gedachten Gebiets erhebliche Schäden an den Häusern in der Nähe fest, die durch die Arbeiten entstanden. Die Gemeinde stoppte schließlich das Projekt, das ausgesuchte Flurstück erwies sich als ungeeignet, weil viel zu feucht.

Lehren aus der Vergangenheit

„Aus der Vergangenheit lernt man“, meinte Bürgermeister Knaier dazu. Außerdem wird für das neue Baugebiet in Geesdorf ein Lärmgutachten erstellt. Das Areal befindet sich direkt an der Staatsstraße, von Wiesentheid aus gesehen links vor dem Ort. Etwa zehn Bauplätze sollen dort entstehen.

Läuft alles nach Plan, kann Anfang 2016 die Erschließung der Grundstücke erfolgen. Es drängt der Gemeinde mit der Erschließung beider Bauflächen. Für die 25 Plätze umfassende Erweiterung des Weihersbrunnens in Wiesentheid liegen bereits Anfragen für etwa zwei Drittel der Plätze vor, sagte Bürgermeister Knaier. In Geesdorf hat er bei zehn Bauplätzen vier Interessenten.

Wohlwollend nahmen die Räte zudem zur Kenntnis, dass zwei Betriebe erweitern. So will die Firma Dako eine weitere Lagerhalle an ihrem Sitz im Gerwerbegebiet am Zollwasen errichten. Damit soll der Bereich Lager-/Misch- und Abfüllanlage vergrößert werden. Die Firma Fritz Schulz KG plant ebenfalls eine neue Lagerhalle mit einer Größe von etwa 40 mal 20 Metern auf ihrem Betriebsgelände. Eine derzeit dort stehende alte Halle muss deswegen weichen. Das Gebäude ist als Lagerhalle für Getreide gedacht, hieß es.

Bauarbeiten am Forstamt

Außerdem wird die Renovierung des ehemaligen Forstamtes in der Wiesentheider Ortsmitte beginnen. Unternehmer Stefan Möhringer, der das markante, denkmalgeschützte Haus erwarb, hat den Antrag beim Amt für Denkmalschutz eingereicht. Im Erdgeschoss wie auch im Obergeschoss sollen jeweils zwei Wohnungen entstehen.