Es sind traumhafte Winterlandschaften: Zu Schnee und Frost kommt jetzt der Sonnenschein – im Normalfall beste Bedingungen für Skilangläufer. Doch in Corona-Zeiten hat sich die Stadt Iphofen entschieden, die beliebten Loipen entlang der Straße Richtung Birklingen nicht zu spuren. Im Stadtrat war der Beschluss Anfang der Woche kritisch hinterfragt worden. Vertreter der Stadt führten daraufhin Gespräche mit Polizei und Landratsamt – und bleiben bei ihrer Entscheidung.

Tourismuschefin Claudia Bellanti kann den Unmut der Leute verstehen. Seit Tagen bekommt sie Anrufe und Mails. Sie selbst sagt: „Die Menschen haben die Nase voll von Einschränkungen, und da kommen wir noch als Spielverderber.“ Man müsse aber auch die Haltung der Stadt verstehen. Von den Behörden bekam sie die Auskunft, wenn die Stadt jetzt die Loipen spure und öffne, sei die Kommune in der Rolle der Veranstalterin und für Schäden haftbar, die zum Beispiel beim Parken von Autos auf den ökologisch wertvollen Holzwiesen entstünden. Fahrzeuge könnten im Schnee stecken bleiben und einsinken. „Die Wiesen sind nicht richtig durchgefroren und immer noch matschig“, sagt Bellanti.

Die Loipen könnten zur ungewollten Attraktion werden

Wie die Tourismuschefin fürchten auch die Sicherheitsbehörden einen Ansturm von Wintertouristen, der angesichts der schwierigen Parksituation entlang der Straße kaum zu beherrschen wäre. „Man sollte nicht unterschätzen, wie viele Leute noch Langlauf-Skier im Keller haben“, sagt Bellanti. Mit den gespurten Langlaufloipen würde die Stadt eine Attraktion weit über die Region hinaus schaffen. „Da kämen nicht nur Wintertouristen aus der Umgebung, das würde – aus Mangel an Alternativen – eine große Menge an Leuten anziehen.“ 

Hinzu komme die Pandemie-Lage. „Wir sind jetzt nicht der Landkreis mit den geringsten Corona-Zahlen.“ Deshalb habe sich die Stadt „unter Abwägen aller Argumente“ entschieden, das Loipenspurgerät, das mangels Schnee zuletzt nur alle drei, vier Jahre im Einsatz war, in der Garage zu lassen. Wenn einer aus eigenem Antrieb zum Langlaufen komme, habe man jedoch nichts dagegen.