Wer soll die 27 städtischen Grundstücke im neuen Kitzinger Baugebiet "Südlicher Hammerstiel" bekommen? Mit dieser heiklen Frage wird sich an diesem Donnerstag (19 Uhr; Alte Synagoge) der Kitzinger Stadtrat beschäftigen. Die ÖDP dringt seit Langem auf eine Entscheidung und fordert in einem Antrag klare Kriterien für die Vergabe:  soziale Standards wie die Zahl von Kindern in einer Familie, die Dauer des bisherigen Wohnaufenthalts in der Stadt, mögliche Pflegebedürftigkeit oder eine Behinderung, berufliche Tätigkeit in Kitzingen und ahnliches.

Ein solches Punktesystem harmoniere mit EU-Recht und werde auch in anderen Gemeinden angewendet. Die ÖDP erklärt auch, was sie auf keinen Fall will: eine Vergabe per Los. Damit wären nämlich all die genannten Kriterien hinfällig.

Stadtrat steht vor einer Richtungsentscheidung

Der Stadtrat steht vor einer Richtungsentscheidung, die sich wohl auch auf künftige Baugebiete auswirken würde. In der anhaltenden Niedrigzinsphase übersteigt die Nachfrage nach Bauplätzen fast überall das Angebot. Die Kommunen stecken damit in einem Dilemma: Wem sollen sie das begehrte Bauland überlassen?  ÖDP-Stadträtin Bianca Tröge hat in den Tagen vor der entscheidenden Sitzung erklärt: "Seit Jahren warten die Kitzinger auf ein neues Wohnbaugebiet. Da kann es nicht sein, dass zum Beispiel Bewerber aus Würzburg oder Nürnberg den Kitzingern gleichgestellt werden."

Ursprünglich war geplant, dass auf dem etwa  zwei Hektar großen Areal am Südlichen Hammerstiel, am Fuße der ehemaligen US-Kaserne Larson Barracks und des heutigen Innoparks, bereits 2018 gebaut werden kann. Nun aber befürchtet die ÖDP, dass Bauherren wegen Verzögerungen bei der Vergabe nicht vor Herbst 2021 loslegen können.