Es war im Jahr 1971, als der Stadtrat Prichsenstadt den Bebauungsplan "Am Altenberg" im nordöstlichen Teil seines Ortsteils Brünnau aufgestellt hatte. Er ist auch immer noch rechtskräftig, aber umgesetzt worden ist er bis heute nicht. Mehrmals hatte das Gremium beraten, den Plan aufzuheben, was aber nie beschlossen wurde.

Aktuell ist der Bebauungsplan, wie Bürgermeister René Schlehr im Telefonat mit dieser Zeitung erklärte, "durch verschiedene Gründe nicht mehr so umsetzbar". Doch weil in Brünnau weiterhin keine Baugrundstücke zur Verfügung stehen, reaktivierte der Bürgermeister den Plan und ließ durch das Büro Valentin Maier einige Varianten erstellen. Drei davon fielen in der jüngsten Ratssitzung durch, die vierte soll das Büro laut Ratsbeschluss weiter ausarbeiten.

Der Auftrag hatte gelautet, eine Studie zu erstellen, "ob man aus dem bestehenden B-Plan heraus, vielleicht durch Änderungen oder andere Aufteilungen doch noch ein aktives Baugebiet entwickeln kann", hatte Schlehr in der Beschlussvorlage formuliert. Das ließe sich nach Auskunft des Landratsamtes leichter realisieren als ein komplett neues B-Plan-Verfahren.

Frank Schöfer vom Büro Maier stellte dem Gremium in der Sitzung die erarbeiteten Varianten mit den Vor- und Nachteilen vor. Dabei erläutert er auch, wie sich die Erschließungskosten nach einer groben Schätzung für die einzelnen Varianten darstellt. In einer der Varianten wären die reinen Erschließungskosten (Straße, Kanalisation etc.) schon mit gut 130 Euro pro Quadratmeter zu Buche geschlagen. "Dann rechnet man noch die Kosten für den eigentlichen Bauplatz dazu, dann haben wir Preise, die nicht in diese Region passen", so Schlehr im Telefonat. Auch gäbe es wegen der bereits bestehenden Bebauung Probleme mit der Zufahrtstraße zum Baugebiet. "Die würde dann durch das Wohnzimmer eines der Wohnhäuser führen", sagte Schlehr.

Dass es sich um eine Hanglage handelt, war im Rat nicht so sehr Thema. Vielmehr stand der Hochwasserschutz zur Debatte, denn am südlichen Rand verläuft die Schwarzach, "und das ist Überschwemmungsgebiet", sagte der Bürgermeister. An dessen Grenze soll das Baugebiet in nordöstlicher Richtung geplant werden, und auch eine mögliche spätere Erweiterung scheint noch nicht ganz vom Tisch zu sein.

Am Ende einer langen und sehr detaillierten Diskussion erteilte der Rat dem Büro den Auftrag, die Variante Vier weiter "umzumodeln", um den Bauplan "Am Altenberg" mit etwa fünf bis sechs Bauplätzen umzusetzen.