„Das ist kein schwieriger Haushalt, weil kein Kredit nötig ist“, sagte Kämmerer Wolfgang Schmer zu Beginn der öffentlichen Beratung des Obernbreiter Etats am Mittwochabend. Eine gute Stunde lang führte Schmer die Räte durch die neun Abschnitte des Haushaltsentwurfs und stellte dabei jeweils den Verwaltungs- neben den Vermögenshaushalt.

Ein Verfahren, das sowohl Bürgermeister Bernhard Brückner, als auch seine Räte als sehr positiv empfanden. Deutlich besser als die bisherige Übung, die zuerst den kompletten Verwaltungs- und dann erst den Vermögenshaushalt betrachtete. Was aber auch nichts daran änderte, dass es kaum Fragen zu den Zahlen gab.

Am Ende dann war es kein Problem, den Etat auch noch am selben Abend zu verabschieden. Denn die wenigen Änderungen, die sich im Zahlenwerk ergaben, bezogen sich alle auf das Jahr 2016, so dass die vorgelegten Zahlen für 2015 Bestand hatten. Somit konnte die Haushaltssatzung, auch wenn dies den Bürgermeister ein wenig überraschte, wie vorbereitet einstimmig beschlossen werden.

Insgesamt bietet der Haushalt 2015 der Gemeinde Obernbreit keine Überraschungen: Die Einwohnerzahlen gehen wieder ein klein wenig nach oben. Ob das allerdings eine Trendwende einläutet, ist fraglich. Denn was den Obernbreitern fehlt, das wurde auch deutlich gesagt, sind Bauplätze. Die vorhandenen sind in Privathand und werden wohl nicht verkauft. Mit einem Ansatz in Höhe von 50 000 Euro versucht die Gemeinde hier einzugreifen, will Privatbauplätze kaufen, um sie dann wieder zu veräußern.

Zwar steigt der Gesamtetat gegenüber dem Jahr 2014 um 26,8 Prozent von gut 5,5 Millionen Euro auf rund sieben Millionen Euro, doch ist diese Steigerung vor allem einer üppigen Zuführung zur allgemeinen Rücklage in Höhe von fast 1,5 Millionen Euro geschuldet. Damit hat Obernbreit am Ende dieses Jahres fast 2,6 Millionen Euro auf der hohen Kante liegen.

Da zum Abgleich des Haushalts keine neuen Kredite nötig sind, können die Schulden wieder ein Stück reduziert werden, so dass am Ende des Jahres noch rund 425 000 Euro bleiben, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 248 Euro bedeutet. Der Landesdurchschnitt liegt bei 711 Euro pro Einwohner.

Mit dem regulären Abbau der Verbindlichkeiten wird allerdings, so machte der Kämmerer deutlich, das hehre Ziel einer Schuldenfreiheit zum Ende der Legislatur, also bis zum Jahr 2020 nicht zu erreichen sein. Da auch in den Folgejahren, bislang zumindest, keine weitere Kreditaufnahme vorgesehen ist, könnte eine außerordentliche Tilgung das Ziel doch näher bringen.

Insgesamt beurteilte der Kämmerer den Obernbreiter Haushalt als „gut stabilisiert“. Der Markt könne auf eine gute Finanzkraft bauen und die künftigen Investitionen gesichert planen.