Mindestens noch ein Jahr wird es dauern, bis die Gemeinde Abtswind ihre zweite Trinkwasserquelle wieder nutzen kann. „Wir hoffen, dass es klappt und wir in dem Punkt endlich weiterkommen. Das Ganze zieht sich ja schon einige Jahre hin“, meinte Bürgermeister Jürgen Schulz in der Gemeinderatssitzung. Dort stellte er den Zeitplan zum Thema Bauernquelle vor. Außerdem gab es erneut Kritik am Ingenieurbüro, das dafür zuständig ist.

Seit jeher versorgt sich die Gemeinde Abtswind ausschließlich mit eigenem Wasser, das aus zwei Quellen kommt. Weil 2010 das Wasserrecht für die in Richtung Wiesentheid gelegene Bauernquelle auslief, stammt seitdem das Trinkwasser für die Abtswinder Haushalte nur aus der zweiten Quelle, die bei Untersambach liegt. Bei der Bauernquelle lagen die Werte über den nun strenger gefassten Messwerten. Außerdem schrieb das Gesetz vor, dass mit einem neuen Antrag für das Wasserrecht das Schutzgebiet neu geprüft werden müsse, das um die Quelle herum liegt.

Um das Einzugsgebiet festzustellen, woher das Wasser kommt, wurden nun neue Messungen vorgenommen, die kurz vor dem Abschluss stehen. Die Werte wurden zuletzt noch von zwei Messstellen genommen und ausgewertet. Eine befand sich im Brunnen am Sportgelände des TSV, die andere in Richtung Untersambach. An beiden sei alles in Ordnung, hatte der beauftragte Geologe signalisiert.

Bürgermeister Schulz hatte einen Zeitplan über das weitere Vorgehen gefordert. Wie er nun ausführte, will der Geologe zusammen mit dem Ingenieurbüro Maier aus Höchstadt/Aisch die Auswertung bis zum 17. April fertigstellen. Dann wird ein Vorschlag zur Eingrenzung des Wasserschutzgebiets gemacht und an Landratsamt sowie Wasserwirtschaftsamt geschickt. Bis Ende Mai dürfte die Antwort eintreffen, danach wird der Antrag für das Schutzgebiet gestellt, den die Behörden genehmigen müssen. Danach, so der Bürgermeister, dürfen sich die Träger öffentlicher Belange äußern.

Nach der vorgeschriebenen öffentlichen Auslegung samt einer Widerspruchsfrist könnte das Schutzgebiet Ende März 2016 rechtskräftig werden wenn alles gut läuft. „Wir haben noch ein ganzes Jahr vor uns“, meinte der Bürgermeister. Gemeinderat Heiko Därr fragte, ob vom Ingenieurbüro bereits die schriftliche Bestätigung eingetroffen sei, dass dieses, wie mündlich zugesichert, die Kosten für eventuelle Fehler bei dem Verfahren übernehmen werde. Das Versprechen, das Ingenieur Valentin Maier gegeben habe, liege bereits über vier Monate zurück. Laut Bürgermeister Schulz ist bislang noch kein Schreiben bei ihm eingegangen. Das sei doch kein Geschäftsgebaren, „da stiehlt sich einer aus seiner Verantwortung“, monierte Därr.