Gut eine Million Euro muss die Gemeinde Wiesenbronn für den dritten Bauabschnitt im Baugebiet „Geisberg“ investieren. Planer Arno Weimann legte in der Ratssitzung am Dienstagabend eine grobe Schätzung der wichtigsten Kosten vor. Wenn alles nach Plan läuft, dürfte Anfang September das Vergabeverfahren über die Bühne gehen und die Bauarbeiten können im Herbst beginnen. „Bei einer Bauzeit von etwa einem dreiviertel Jahr müsste der dritte Bauabschnitt zu Sommerbeginn 2016 fertig sein“, lautete die Prognose des Planers.

In einem kurzen Abriss stellte er noch einmal die Planungen für Straßenbau, Entwässerung und Trinkwasserversorgung vor. Er schlug für die Krümmung der Ringstraße im Bereich der Parkzone zwei Boller vor, um das Parken in der Krümmung zu unterbinden. Nach kurzer Diskussion, ob an Stelle der Boller Bäume oder Büsche gepflanzt werden, einigte man sich darauf, diesen Punkt in die Ausschreibung aufzunehmen und dann zu entscheiden. Der Oberboden mit einer Stärke von rund 40 Zentimetern soll nach Möglichkeit auf die Grundstücke nebenan verteilt werden.

Neuland wird in Wiesenbronn bei der Schmutzwasserentsorgung und Trinkwasserversorgung betreten, was über Monoblockschächte bewerkstelligt wird: „Dieses System ist auf Dauer wegen der Wartung günstiger“, meinte Weimann dazu. Mit Ausnahme des nördlichen Abschnitts wird der Regenwasserkanal parallel zum Schmutzwasserkanal geführt. Dazu ist der Rückhalt mittels Zisterne im Grundstück notwendig. Daneben wird ein Stauraumkanal angelegt „und auch der Graben dient als gewisser Stauraum“.

Bei der Suche nach einer kostengünstigen Lösung gab es eine längere Diskussion zu den Zisternen. Es stand die Frage im Raum, ob die Gemeinde die Zisterne einbauen lassen soll, oder ob das jeder Häuslebauer selbst bewerkstelligt. Nach Aussage des Planers gibt es ein Angebot, das einen Behälter mit sieben Kubikmetern Fassungsvermögen zum Preis von rund 4000 Euro brutto samt Einbau beinhaltet.

Ein Einbau durch den Bauherrn habe den Vorteil, dass er die Größe selbst wählen könne, wurde von einigen Ratsmitgliedern ins Feld geführt. VG-Geschäftsstellenleiter Bernhard Hornig verwies darauf, dass ein Minimum von sieben Kubik pro Grundstück verpflichtend sei „und falls ein privater Einbau erfolgt, muss der kontrolliert werden“. Bürgermeisterin Doris Paul und Reinhard Fröhlich sahen die Installation der Zisterne über die Gemeinde aufgrund des günstigen Preises als Entlastung für den Bauherrn. „Und eine Zisterne mit fester Größe bringt absolute Sicherheit“, pflichtete Planer Weimann bei. Reinhard Hüßner konnte sich eine Lösung „sowohl als auch“ vorstellen, was der Planer für nicht durchführbar hielt, „da ein Unternehmer mit der Baustelleneinrichtung für eine feste Zeit kalkuliert und keinen Vertrag für längere Zeit abschließt“. Bei der Abstimmung ergab sich eine Mehrheit von fünf gegen zwei Stimmen für den Einbau durch die Gemeinde.

Wegen einer eventuellen Gasversorgung wird noch mit der bisher involvierten Firma geredet, da sie auch beim Bau einer Gasleitung beteiligt wäre. Darin war sich das Ratsgremium einig.

Die Kosten für den Straßen- und Gehwegbau setzte Weimann mit rund 450 000 Euro an. Für den Regenwasserkanal samt Zisternen sind 302 000 Euro veranschlagt und der Schmutzwasserkanal wird auf etwa 193 000 Euro kommen. Die Verbesserung Trinkwasserversorgung schlägt mit 109 000 Euro zu Buche und die Straßenbeleuchtung mit 36 000 Euro. Wegen der Stromversorgung muss mit dem Unternehmen noch geklärt werden, ob die Leitung mittels Monoblocksystems erfolgen kann.

Der Rat stimmte geschlossen dafür, die Objektplanung dem Büro Weimann zu übertragen.