Bei einem Ortstermin informierte sich der Gemeinderat Martinsheim am Montagabend über den geplanten Bürgerwindpark südlich von Unterickelsheim. Am Ende stimmten die Räte dem Antrag der Interessengemeinschaft für den Bau von bis zu drei Windrädern zu.

Ob tatsächlich drei Windräder möglich sind, steht noch nicht fest, erklärte Erwin Keller von der Firma Ökonergie. Diese wird die Planung übernehmen und hat als Referenz unter anderem den unmittelbar benachbarten Windpark Gollhofen Rodheim. Zwar gibt es keine Probleme mit der Wiesenweihe und auch die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung verlief positiv, aber eine Radaruntersuchung steht noch aus. Dadurch können noch keine genauen Standorte angegeben werden.

Geplant sind zwei Windräder etwa einen Kilometer südlich von Unterickelsheim und ein weiteres im Süden der Kreisstraße KT 52. Dabei ist vor allem wichtig, dass die Wertschöpfung vor Ort bleiben soll. Es sollen sich möglichst viele Bürger beteiligen, auch mit kleineren Beträgen. Insgesamt 40 bis 50 Prozent Eigenkapital will Erwin Keller aufbringen, das Interesse sei groß genug, sagte er. Pro Windrad schätzt er Kosten von 4 bis 4,5 Millionen Euro. Der Durchmesser der Windräder wird voraussichtlich bei 117 Metern liegen. Die Nabenhöhe der Anlagen soll 140 Meter betragen und damit genauso hoch wie im benachbarten Windpark. Höher geht es derzeit nicht, weil es keinen Kran gibt, der die Teile höher heben kann, informierte er auf Nachfrage.

Dass es sich um markante Maschinen in der Landschaft handelt, gesteht Erwin Keller ein. Allerdings sieht er keine Probleme mit Schattenwurf oder Lärm für die Ortschaft. Der Gemeinderat zeigte sich mehrheitlich davon überzeugt, dass es an diesem Standort auch keine großen negativen Auswirkungen mehr auf das Landschaftsbild gibt. Immerhin stehen bereits sieben Anlagen in unmittelbarer Nähe, zwei weitere werden in kürze auf Herrnberchtheimer Gemarkung gebaut.

Mit dem Baubeginn ist frühestens Ende 2014 zu rechnen. Vorher stellt sich aber noch die Frage, ob Martinsheim mit Marktbreit, Obernbreit und Seinsheim einen gemeinsamen Flächennutzungsplan zum Thema Windkraft aufstellt, oder weiterhin einen eigenen Weg geht. Eine Entscheidung erwartet Bürgermeister August Hopf in den nächsten zwei bis drei Monaten.