Unter dem Motto „Bau dir deine Welt“ stand der diesjährige Kreativ-Wettbewerb der VR-Bank. Kinder und Jugendliche konnten sich dabei in Zeichnungen und Kurzfilmen auf eine Reise in die Welt der Baukunst begeben, was den Schülern des Egbert-Gymnasiums besonders gut gelang: Sieben der neun Preise konnten sie ergattern. Aus der Unter- und Mittelstufe erzielten Alina Lenhart, Clara Göllner, Teresa Nuber, Sarah Teubert Urkunden und Sachpreise, aus der Oberstufe Lea Kruse, Tabea Kroth und Lina Arens.

Juror und Kunsterzieher Matthias Held hob in seiner Laudatio den philosophischen Ansatz der Werke hervor: „Zum ersten Mal in der Geschichte gestaltet der Mensch den Planeten, auf dem er wohnt, nicht mehr nur zu seinem Vorteil. Man spricht auch von einer neuen Epoche, der Epoche des Anthropozäns: nämlich des Zeitalters, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Prozesse auf der Erde geworden ist“, so Held. Um den negativen Folgen entgegenzuwirken, müsse die Zivilgesellschaft in eine Kulturgesellschaft transformiert werden, womit der Kunsterzieher wieder den Bogen zu den Preisträgern des VR-Bank-Wettbewerbs schlug: „Man sieht an den Arbeiten deutlich, wie die Ökologie Einzug in die Architektur findet.“

Die preisgekrönten Zeichnungen ließen aufhorchen, uns zwar zum einen wegen der künstlerischen Ausgestaltung, zum anderen aber auch wegen der dahinterstehenden Konzepte. Tabea Kroth orientierte sich zum Beispiel an der Form der Bienenwabe, als sie ihre Idee eines „Tiny houses“, also eines kleinen Eigenheims, darstellte. Ein Baukastensystem mit einer sechseckigen Form kann dabei helfen, den vorhandenen Platz optimal auszunutzen und damit nachhaltige Wohnungen zu verwirklichen, die praktisch sind und alles Notwendige enthalten. Lea Kruse entwickelte ein Konzept für eine „Eco-Mall“, also ein Einkaufszentrum, in dem man regional und einkaufen kann, ohne das Klima zu belasten. Detailliert zeichnete sie verschiedene Innen- und Außenansichten, die auch statische Belange berücksichtigten. Bei den Produkten sollte weitgehend auf Verpackungen verzichtet werden. Einen utopischen Ansatz dagegen verfolgte Lina Arens, die Vorschläge zum Wohnraum unter Wasser, sogenannte „Aqua homes“, gestaltete. Alle preisgekrönten Arbeiten zeigen, dass die Schüler des EGM die Bewahrung der Schöpfung im Blick haben, wenn sie die Welt von morgen gestalten.

Von: Dr. Reinhard Klos, Oberstufenkoordinator am Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach.