Die Kitzinger Malerin Barbara Alfen gehört zu den Menschen, die von Kindesbeinen an gerne malen und zeichnen. Schon damals, erzählt sie, sei sie von der Wirkung von Farben und Licht fasziniert gewesen. Dass ihre Lieblingsfarbe Blau ist - für sie die Farbe des Himmels, der Ferne und der Freiheit - sieht man schon, wenn man sich dem leuchtend blauen Wohnsitz der fünfköpfigen Familie in Sickershausen nähert, wo sich auch das geräumige Atelier von Barbara Alfen befindet.

Dass der Begabung zum gestalterischen Arbeiten nicht der direkte Weg in die Kunst folgte, sondern zuerst ein Brotberuf erlernt wurde, ist eher das Normale. Nebenbei blieb Barbara Alfen ihrer künstlerischen Leidenschaft treu und erprobte ihr Talent auf vielen Gebieten: Sie malte, töpferte und emaillierte und entdeckte dann vor fast 25 Jahren die Seidenmalerei. Sie war fasziniert von dem edlen Material und den leuchtenden Farben und fand darin ihren Werkstoff.
Charakteristisch für Seidenbilder ist ihre Transparenz, ihre Veränderung bei unterschiedlicher Beleuchtung, ihre besondere Leuchtkraft und Beständigkeit.

Eigene Kompositionen

Nach realistischen Anfängen befreit sie sich rasch vom Gegenstand und entwirft seitdem Kompositionen, die zwischen Figuration und Abstraktion oszillieren und ihre Empfindungen und Erfahrungen in Form und Farbe einfließen lassen. Ihre Passion ist heute die experimentellen Seidenmalerei: Wie ein Alchimist erprobte sie die Möglichkeiten der verschiedenen Seidenqualitäten und der Farben, sie bezieht andere Materialien mit ein, und es gelingt ihr Seidenobjekte zu entwerfen, wie man sie bisher nicht gesehen hat.

Seit dem heutigen Freitag ist im Technologiezentrum der Firma Fritsch ihre Ausstellung "Schwerelos" mit neuen Gemälden und Seidenobjekten zu sehen.

Schwerelos - das bezieht sich zum einen auf das besondere Material, das Barbara Alfen verwendet: Seide ist leicht, glatt und anschmiegsam. Schwerelos kennzeichnet aber auch viele Objekte dieser Ausstellung, die Seide mit Seidenpapier vereinen und federleicht und beweglich wirken. "Schwerelos ist für mich aber auch eine Metapher für das Gefühl sorgenlos und frei zu sein", lächelt Barbara Alfen.

Plastische Wandobjekte

Seit etwa zwei Jahrzehnten ist bei weiblichen Künstlern ein Trend zu beobachten, der typisch weibliche Tätigkeiten wie Stricken, Nähen und Sticken in das Kunstwerk einbezieht, um die spezifisch weibliche Sicht der Welt zu betonen. Barbara Alfen verbindet Malerei mit genähten, geflochtenen und geformten Elementen, was den Bildern den Charakter von plastischen Wandobjekten verleiht und sie fast schwerelos erscheinen lässt.
Daneben sind unter anderem Werke aus ihrer großen Serie "Lebensringe" zu sehen, ein Motiv, das sich nahtlos in den Themenkreis menschlicher Beziehungen einfügt, der die Künstlerin seit langem beschäftigt. Häufig werden diese Arbeiten mit metallische Farben und Blattgold und Blattsilber akzentuiert. Auch beleuchtete Arbeiten wie zum Beispiel ihre "Stahlblumen" hat die Künstlerin mitgebracht.

Die Ausstellung von Barbara Alfen ist bis zum 15. Januar 2014 zu besichtigen. Die Öffnungszeiten des Fritsch Technologie Centers in Kitzingen in der Panzerstraße 2 sind: Mo bis Do 9 bis 15 Uhr und Fr. 9 bis 10 Uhr. Tel.: 09321/3901-12.