Die Autobahn, die an Abtswind unmittelbar vorbei führt, beschäftigte den Gemeinderat in seiner Sitzung. Vor der Unterführung der Kreisstraße nach Wiesentheid befindet sich ein riesiger Abladeplatz für Erdaushub, an dem permanent an- und abgefahren wird. Im Zuge des momentan laufenden Ausbaus der Verkehrsader wird die Gemeinde voraussichtlich im Mai oder Juni einigen Lkw-Verkehr schlucken müssen.

Wie Bürgermeister Jürgen Schulz mitteilte, wurde bei einer Begehung besprochen, dass für einige Zeit jeweils 300 Lkw täglich den Ort passieren müssen. Grund ist, dass bei Wiesentheid ein Rückhaltebecken ausgekoffert wird. Dabei müssen rund 300 000 Kubikmeter Boden bewegt und transportiert werden.

Die mit dem Aushub beladenen Fahrzeuge sollen entlang der Autobahn bis zur einstigen Brücke nach Untersambach fahren. Dort laden sie ab und fahren laut Schulz über den Stämmbauersweg, der Umgehung des Ortskerns, wieder in Richtung Wiesentheid. Bürgermeister Schulz weiß um die Belastung. „Das sind bei zehn Stunden Fahrtzeit pro Tag alle zwei Minuten ein Lkw. Aber wir wollen die Autobahn nicht ausbremsen.“

Aushub dient für Lärmschutzwall

Anders sei es nicht möglich, da müsse man durch, so Schulz. Der ausgebaute Boden soll später für den Lärmschutzwall bei Abtswind wieder verwendet werden, so die Pläne. Der Wall soll dann vom Weingut Behringer bis zur Unterführung nach Wiesentheid reichen.

Außerdem teile Bürgermeister Schulz mit, dass man mit den Vertretern der Autobahn-Baufirmen eine Lösung wegen der Entnahme des Trinkwassers gefunden habe. In einer Ratssitzung hatte ein Gemeinderat moniert, dass die Firmen Leitungswasser zum Reinigen der Straßen entnehmen, anstatt des Quellwassers. Das Wasser ist nötig, um Trockenmittel anzufeuchten, damit dieses Staub bindet. Außerdem, so führte der Bürgermeister aus, werde es beim Fräsen des Asphalts gebraucht.

Nun wurde vereinbart, dass die Firmen zum Reinigen jeweils 250 Kubikmeter Wasser pro Tag aus den still gelegten, früheren Quellen entnehmen, sowie zusätzlich 50 Kubikmeter aus dem Leitungsnetz.  Als Preis wurden zwei Euro pro Kubik beim Brunnenwasser, sowie 1,20 Euro beim Leitungswasser vereinbart. Wie der Bürgermeister erklärte, dürfe die Gemeinde beim Leitungswasser nicht mehr verlangen, als die Einwohner Abtswinds bezahlen.