Die Jahresschlusssitzung des Marktbreiter Stadtrats war eine reine Arbeitssitzung – die Corona-Pandemie fordert auch hier ihren Tribut. Fast hätte Bürgermeister Harald Kopp die Sitzung pandemiebedingt komplett abgesagt, doch einige Themen sollten noch im alten Jahr abgehandelt werden. Und einen kurzen Jahresrückblick seines ersten Jahres im Amt gönnte sich der Bürgermeister auch.

Eigentlich kein Thema für die Jahreszeit: Die Badebucht am Main. Doch wenn dort saniert werden soll, dann muss das jetzt besprochen werden, damit’s im Sommer wieder schön ist. Ganz offen zum Fluss ist die vor einigen Jahren angelegte Badebucht nicht. Eine Steinschüttung zum Fließgewässer hin soll den Sog vorbeifahrender Last- und Personenschiffe mindern und damit verhindern, dass ungeübte Schwimmer in den Fluss und die Fahrrinne gesaugt werden.

Schienbeintiefe Schlammschicht in der Bucht

Das hat aber auch einen Nachteil: Schlamm und Schlick werden in der Bucht abgelagert und nicht wieder abtransportiert. "Knöchel- bis schienbeintief" ist die Schlammschicht in der Bucht – das hat ein "Selbstversuch" von Bauhof und Bauamt festgestellt. Badewillige meiden das und gehen lieber in der nahen Kanuliegestelle ins Wasser.

Um die Bucht wieder für den Sommer attraktiv zu machen, muss gebaggert werden. Und das wird teuer, denn der Aushub muss gelagert, beprobt und eventuell teuer entsorgt werden. Und das alle paar Jahre wieder.

Abhilfe könnte, so der Vorschlag eines Fachbüros, eine Durchströmung der Bucht bringen. Aus ein Meter dicken Betonrohren soll demnach Flusswasser durch die Bucht geleitet werden, am Ende wieder ausströmen können und dabei den Schlamm mitnehmen. Planer, Wasserwirtschafts- und Schifffahrtsamt sollen bei einem Ortstermin den Vorschlag erläutern und die Machbarkeit und Sinnhaftigkeit prüfen, so der Auftrag des Stadtrats an die Verwaltung.

Zwölf Plätze mehr

Um zwölf auf 30 Plätze soll der Wohnmobilstellplatz in Marktbreit erweitert werden. Das beschlossen die Räte bei zwölf zu vier Stimmen. Vorausgegangen war eine Diskussion vor allem um die Erweiterungszahl: Von sechs bis 18 Plätze reichte diese, auf zwölf einigte sich dann eine Mehrheit. Damit könnte, so Marion Frischholz, auch das Parken von Wohnmobilen auf dem Parkplatz am Lagerhaus reduziert werden. Mit der Erweiterung sollte, so Vorschläge aus dem Rat, auch das Umfeld mit begutachtet werden. Dazu zählen etwa Toiletten, Duschen und eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität hier am Mainuferbereich.

Inhaber einer Ehrenamtskarte können in Marktbreit künftig das Museum Malerwinkel kostenlos besuchen  und erhalten 50 Prozent Rabatt in der städtischen Bücherei.

"Raum für Menschen" statt vieler Parkplätze

Die meisten öffentlichen Veranstaltungen der Stadt mussten, so der  Bürgermeister in seinem Jahresrückblick, coronabedingt ausfallen oder mit erheblichem Mehraufwand organisiert werden. Endlich der Öffentlichkeit übergeben wurde der Radweg nach Gnodstadt, und auch der evangelische Kindergarten konnte Anfang Dezember nach Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in Betrieb gehen.

Auch der letzte Bauabschnitt des Mainufer wurde mit der Sanierung des Umfelds der ehemaligen Tankstelle begonnen. Hier werde künftig anstelle vieler Parkplätze "Raum für Menschen" geschaffen. Eine Baustelle mit Behinderungen wird die Pflastersanierung zwischen Maintor und Touristinfo werden. Weiter in der Diskussion ist der Neubau eines Verwaltungsgebäudes, denn im Rathaus ist zu wenig Platz für des Personal der Verwaltungsgemeinschaft.