Mit einer Hammermeldung für den örtlichen und überörtlichen Verkehr beendete Schwarzachs Bürgermeister Volker Schmitt die letzte Ratssitzung des Jahres am Dienstag. Wenn im April des kommenden Jahres in Düllstadt die Dorferneuerung beginnt, wird die B 22 im Zuge der Ortsdurchfahrt für die Dauer von zwei Jahren gesperrt. "Das wird brutal", prophezeite das Gemeindeoberhaupt mit Blick auf den Durchgangsverkehr.

Die B 22 ist zwischen den Anschlussstellen Kitzingen/Schwarzach und Wiesentheid bekanntlich Umleitungsstrecke für den Verkehr auf der Autobahn A 3, die derzeit sechsstreifig ausgebaut wird. Für die Düllstadter Bevölkerung dürften die 24 Monate der Sperrung dagegen eine ruhige Zeit werden und Schleichwege sind den Einheimischen ja bekannt.

Positive Bilanz 2021 gezogen

Traditionell zog das Gemeindeoberhaupt beim Jahresabschluss im Begegnungshaus Arche Bilanz. Sein Fazit verlief durchweg positiv. "Wir haben Schwarzach heuer ein großes Stück vorangebracht", betonte Schmitt. Die 3600-Seelengemeinde mit ihren sechs Ortsteilen, in denen heuer 36 Babys zu Welt kamen, steht finanziell auf gesunden Beinen. Der Schuldenstand liegt bei 740 000 Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung bei niedrigen 244 Euro. Der Durchschnitt ähnlich großer Gemeinden in Bayern hat 566 Euro Verbindlichkeiten pro Einwohner.

Die Gemeinde hat 4,3 Millionen Euro Rücklagen. Bei der Steuerkraft belegt Schwarzach laut Schmitt den elften Platz im Landkreis unter 31 Kommunen. Größte Einnahmequellen sind die Einkommensteuer mit 2,6 Millionen Euro sowie die Gewerbesteuer, die 2021 bei knapp 1,2 Millionen Euro liegen wird. "Das war so nicht vorauszusehen, eine Supersache", kommentierte Schmitt die Gewerbesteuereinnahmen.

Unterricht im Container

Die Einnahmen werden auch dringend gebraucht, denn mit der Generalsanierung der Volksschule Schwarzacher Becken ist aktuell ein Millionenprojekt am Laufen. Mit Beginn des neuen Schuljahres sollen die Klassenzimmer fertig sein und bezogen werden. Bis dahin werden die Kinder weiter in dem Containergebäude auf dem Pausenhof unterrichtet. Bisher wurden 4,1 Millionen Euro an dem Schulkomplex verbaut, erläuterte Schmitt. Die Gesamtkosten liegen bei 9,5 Millionen Euro.

Man liege im Zeitrahmen, sagte der Bürgermeister und erinnerte an in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossene Projekte. Er streifte unter anderem die Neugestaltung des Platzes vor dem Torhaus der Abtei Münsterschwarzach mit Kosten von gut einer halben Million Euro, die Anschaffung von Luftfilteranlagen mit Ausgaben von 25 000 Euro sowie den Ausbau der Parkplätze in der Schmiedsgasse (60 000 Euro) und in der Albrecht-Dürer-Straße (78 000 Euro) in Stadtschwarzach. Für das Neubaugebiet Etterswasen II in Gerlachshausen ist der Startschuss gefallen. Nachdem das Areal bereits fertig erschlossen ist, werden im kommenden Frühjahr dort die ersten Wohngebäude entstehen.

Weitere Themen im Jahresrückblick des Ortschefs waren die Sanierung des Kriegerdenkmals in Schwarzenau, der Breitbandausbau sowie die Überwachung des ruhenden Verkehrs durch die Dettelbacher Verkehrsüberwachung. Während die Tagespflege in Gerlachshausen eröffnete und der Gasthof Schwab in Stadtschwarzach zum Jahresende schließt, sind nach dem Hochwasser vom Juli im Kindergarten Münsterschwarzach noch reichlich Restarbeiten zu erledigen, so Schmitt.

Dieses Jahr 17 Ratssitzungen

Seine Statistik für 2021: 17 Ratssitzungen mit 258 behandelten Themen und Investitionen von knapp sechs Millionen Euro, eine Sportbeiratssitzung, eine Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses.

Ein Höhepunkt in der Gemeinde steht für 2023 an. Dann feiert die Großgemeinde ihr 50-jähriges Bestehen. . Corona wird die Planungen für das Jubiläumsfest nicht einfach machen, das steht jetzt schon fest.

Hartmut Ratz (FCW) und Thomas Weckert (CSU) dankten dem Bürgermeister und seinen Mitstreitern in der Verwaltung und im Bauhof für die geleistete Arbeit. Beide betonten das konstruktive Miteinander im Ratsgremium. "Es ist uns mit Bravour gelungen, die vielen Maßnahmen zu meistern", betonte Ratz. Weckert sah folgende Gründe für den Erfolg: "Bei den Diskussionen und Entscheidungen im Gemeinderat ging es nie um Einzelinteressen."