Kitzingen könnte eine der ersten Städte sein, in denen autonomes Fahren im realen Raum stattfindet. Oberbürgermeister Stefan Güntner möchte die Pläne jedenfalls vorantreiben. Kürzlich besuchte er mit einer Delegation die ZF-Versuchsstrecke in Schweinfurt, teilt die Stadt Kitzingen mit.

Laut Pressemitteilung erinnerte Projektleiter Jochen Benz an die Herausforderungen der Mobilität im 21. Jahrhundert: Ein hoher Grad an Individualverkehr, der die Umwelt massiv belastet, eine geringe Auslastung der Busse, eine teils mangelhafte Anbindung, gerade im ländlichen Raum, und nicht zuletzt ein Mangel an Busfahrern.

Wie sicher autonomes Fahren sein kann, davon überzeugte sich die Kitzinger Delegation bei einer Shuttle-Probefahrt. Bis zu 22 Personen finden in dem Gefährt mit dem Modellnamen „GRT – Group Rapid Transit“ Platz, das derzeit auf maximal 40 Stundenkilometer kann. Mit Hilfe von Kameras und Sensoren kann das Shuttle alle Objekte auf der Straße erkennen und einordnen.

Mit der Bahn von der Siedlung in die Marshall-Heights

OB Güntner möchte möglichst schnell einen nachhaltigen und attraktiven öffentlichen Nahverkehr im Stadtgebiet etablieren, heißt es in der Mitteilung. Er könne sich eine Hauptstrecke von der Siedlung bis in die Marshall-Heights mit Anbindung an den Bahnhof, die Klinik Kitzinger Land und den Innopark vorstellen. Eine zweite Strecke könnte sich vom Bahnhof bis zu ConneKT erstrecken, auch die Ortsteile wolle er eingliedern.

Als Fahrbahn schwebt dem OB einer der kombinierten Rad-, Gehwege entlang der B8 vor. „Für uns macht das System nur Sinn, wenn es eine separate Spur gibt“, wird er zitiert. Das Shuttle soll für Kitzingen langfristig die gleiche Funktion erfüllen wie eine Straßenbahn für eine Großstadt. Eine Machbarkeitsstudie sei bereits für ZF als Fahrzeughersteller und DB Regio als potenziellen Betreiber in Auftrag gegeben worden. Güntner ist sich sicher: "Dem autonomen Fahren gehört die Zukunft. Gerade in Städten wie Kitzingen."