Das jährliche Treffen der CSU-Politiker am Drei-Franken-Stein bei Geiselwind hat am Feiertag erst mit einiger Verspätung begonnen. Der Grund dafür waren rund 60 Demonstranten aus Geiselwind, die mit Trillerpfeifen und Autobahnlärm aus Lautsprechern die Politiker auf den Dauerlärm entlang der A 3 aufmerksam machen wollten.

„Ich lasse für Sie den Lärm abstellen, tun Sie das auch für uns!“
IG-Lärm-Sprecher Peter Petschl zu Innenminister Joachim Herrmann

Außerdem wollten sie konkrete Angaben, warum der Ausbau mit Lärmschutz wieder nicht in die Finanzplanung für 2013 aufgenommen wurde, obwohl seit 2009 Baurecht besteht. IG-Lärm-Sprecher Peter Petschl nutzte die Gelegenheit, vor laufenden Fernsehkameras auf die Brisanz des Themas und auf die nachlassende Geduld der Menschen aufmerksam zu machen. „Ich lasse für Sie den Lärm abstellen, tun Sie das auch für uns“, sagte er zu Innenminister Joachim Herrmann und Staatssekretär Gerhard Eck. Zum Innenminister sagte er in Anspielung auf die notwendige Unterstützung bei der Obersten Baubehörde München, die für die Auswahl der bayerischen Verkehrsprojekte verantwortlich ist: „Ich hoffe, Sie sind das politische Schwergewicht, das wir brauchen.“

Mit rund 45-minütiger Verspätung begann schließlich das Treffen. Als Gastgeber und Ausrichter begrüßte Johannes Krapp, CSU-Ortsvorsitzender aus Schlüsselfeld, auch einige CSU-Prominente, darunter Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die Europaparlamentarier Monika Hohlmeier, Anja Weisgerber und Martin Kastler, die Bundespolitiker Thomas Silberhorn und Christian Schmidt sowie Mittelfrankens Bezirkstagspräsident Richard Bartsch.

Deutlich wurde, dass nicht alle angereisten CSU-Politiker, die im Superwahljahr 2013 in großer Anzahl zum Findlingsstein bei Geiselwind gekommen waren, für die Demonstranten Verständnis hatten. Einige waren auch überrascht von der Protestaktion. Doch sowohl Innenminister Joachim Herrmann als auch Staatssekretär Gerhard Eck und die Landtagsmitglieder Hans Herold und Otto Hünnerkopf waren bereit, in persönlichen Gesprächen mit IG-Lärm-Sprecher Petschl, Geiselwinds Bürgermeister Ernst Nickel und Demonstranten die Situation zu erörtern. Joachim Herrmann versprach gar, IG-Lärm-Sprecher Petschl auf dessen Terrasse zu besuchen. Er wolle sich noch bis Herbst 2013 dafür einzusetzen, dass der Autobahnausbau mit Lärmschutz bei Geiselwind auch im Falle der Privatfinanzierung des Gesamtausbaus zwischen Biebelried und Erlangen/Fürth aus öffentlichen Mitteln vorfinanziert wird und dadurch zügig gebaut werden kann. „Unser Ziel ist, die Genehmigung des Bundes zu bekommen, sodass man 2014 anfangen kann zu bauen“, sagte Herrmann.

Später, in seiner kurzen Rede vor den rund 400 Besuchern, lobte Herrmann die Traditionsveranstaltung unter freiem Himmel. Er erinnerte an sein Wort, das er den Nationalparkgegnern gab, die einige Jahre zuvor rund um den Drei-Franken-Stein protestiert hatten. Am Donnerstag gab es keine Nationalparkproteste mehr. Hermann schlussfolgerte: „Was wir versprechen, das halten wir.“ Aber man müsse natürlich darauf warten, dass Bundesmittel für die vorzeitige Finanzierung des Ausbaus bei Geiselwind freigegeben werden.