Überall erblüht das kulturelle Leben wie ein kleines Pflänzchen zögerlich wieder. Nach zwei Jahren öffnet auch die Galerie Papiushof in Sulzfeld unter der Leitung von Angelika Müllner-Pianka ihre Türen für ein kunstinteressiertes Publikum. "Tropical Plants" lautet die Schau mit Bildern und Keramik von den Schwestern Natascha und Karin Mann. Die beiden an der Akademie der Bildenden Künste in München geschulten Künstlerinnen sind international bekannt und bringen in ihr Werk Elemente ihrer vielen Reisen in der ganzen Welt ein.

So sind die gezeigten Bilder Natascha Manns neben neueren Bildern oft Impressionen, die sie in den 70er-Jahren auf Samoa in Polynesien gesammelt hat. Das liegt lange zurück; die Bilder können aber mit ihrer Frische, Farbigkeit, Fröhlichkeit und Erotik nicht besser in diese von unglückseligen Ereignissen geprägte Wirklichkeit passen. Man merkt ihnen an, dass sich ihre Erschafferin intensiv mit improvisiertem und orientalischem Tanz beschäftigt hat.

Kunst als ständiger Prozess

Die Formen und Figuren führen gleichsam einen kraftvollen, farbenreichen Tanz um ihre Mitte auf. Eine Zeit lang dominierte das Blau in ihren Bildern, sagt Natascha Mann, im Moment sei es das Grün. Da strahlt auch schon mal die Sonne grün aus einer Landschaft mit Palmen: Diese Bäume haben es ihr besonders angetan, hier verfremdet – oder ergänzt? – durch ein übermaltes Notenblatt, bunt, freudig.

"Ich darf nie stehen bleiben, muss immer wieder aus alten Sachen was Neues machen, alte Bilder übermalen, neu schaffen, mit Papieren aus dem Papierkorb, mit alten Farben, Zeitungsschnipseln. Denn auch kleinste Nuancen verändern Bilder. Der Schaffensprozess ist mein Leben", sagt Mann. "Ohne Malerei könnte ich nicht leben."

Mit den Bildern ergänzen sich die Keramiken ihrer Schwester Karin Mann wechselseitig. Auch sie arbeitet kraftvoll, mit leuchtenden Farben und prallen Formen. Sie beschäftigt sich viel mit Mythologie und taucht immer wieder tief in fremde Kulturen ein. Gerne machen beide Schwestern zusammen Ausstellungen, und man sieht, dass sie sich gut verstehen. Ihre Werke harmonieren hervorragend miteinander. "Es gibt zwischen uns keinen Stress", erzählen sie denn auch. Das Verhältnis sei immer gegenseitig befruchtend; sie stünden nie in Konkurrenz.

Während Natascha Mann in Marktbreit den alten Hof ihrer Eltern bewohnt, umgebaut zu einem Atelier, lebt Karin Mann in München und gibt ihre Erfahrungen an einem Gymnasium an die Schüler mit großer Freude weiter.

Die Ausstellung im Papiushof in Sulzfeld ist bis 8. Mai immer am Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.