In ganz kleinem Rahmen und mit einem Jahr Verspätung eröffnete die Vorsitzende des Zweckverbandes Freilandmuseum Kirchenburg Mönchsondheim, Landrätin Tamara Bischof, eine Ausstellung, die sich mit den Ereignissen beim örtlichen Kriegsende im April 1945 beschäftigt.

In den Wochen seit dem 1. April 1945 mit dem Übersetzen über den Main bei Marktbreit und bis zum 12. April, als die letzten deutschen Truppen die Hellmitzheimer Bucht verließen, hatten viele Gemeinden enorme Schäden zu verzeichnen.

Im Vergleich mit den Sorgen und Nöten von damals seien die Einschränkungen durch die Pandemie Jammern auf hohem Niveau erklärte Bischof bei der Eröffnung. Wesentlich sei für die Ausstellung, dass es noch einige Zeitzeugen gebe, die berichten könnten.

Erfreulich ist für Bürgermeister Dieter Lenzer, dass die Ausstellung nach den Planungen im Vorjahr doch noch umgesetzt werden konnte. Stadtteile seien gerade in den letzten Kriegstagen sehr schwer getroffen worden, es habe Tote und Verletzte, vor allem aber riesige Schäden gegeben. Die Ausstellung stehe dafür, dass die Ereignisse nicht vergessen werden. Bis heute sei die Angst vor den deutschen Soldaten noch zu spüren, die alleine durch ihre Anwesenheit Beschuss durch die Amerikaner herausforderten.

Teils widersprüchliche Aussagen

Stadtarchivarin Susanne Kornacker bedauerte den kleinen Kreis, dem die Ausstellung erstmals gezeigt werden könne. Die Tage von 1945 seien in keinem Stadtteil vergessen, es gebe aber nur wenige Quellen mit teilweise widersprüchlichen Aussagen. "Nie wieder Krieg" stehe im Vordergrund der Ausstellung, es werde jedoch anders als gewohnt keine Begleitschriften geben. Allerdings sei sie mobil konzipiert, so dass sie auch anderweitig und in Teilen gezeigt werden kann.

Von Birklingen heiße es, es sei damals nichts los gewesen. Dort hatten aber Einwohner aus Ziegenbach Zuflucht gesucht, einige kamen ums Leben. Dornheim gehöre zu den am meisten zerstörten Orten in Bayern. Bis heute sei die Zerrissenheit über die Frage spürbar, wer die weiße Flagge gehisst und wer sie wieder eingeholt hatte. In Hellmitzheim, das ebenfalls stark beschädigt wurde, hatte der Bürgermeister mit den Amerikanern wegen der Übergabe verhandelt und hatte Glück, dass er dafür nicht zur Rechenschaft gezogen wurde.

In Mönchsondheim hatten die deutschen Soldaten viele Opfer zu beklagen, hier tauchte der Nachlass Gefallener auf, der nun nach Möglichkeit den Nachkommen übergeben werden soll.

Andere Ortschaften kamen vergleichsweise glimpflich davon. Allerdings gab es in Willanzheim einen zu spät entdeckten Schwelbrand, dem schließlich das Gotteshaus zum Opfer fiel. In vielen Orten sei es bis heute schwierig, über die Ereignisse zu reden.

Noch neun Zeitzeugen ausgemacht

Kornacker schilderte die Ereignisse in knappen Worten. Sie hatte noch neun Zeitzeugen ausmachen können und immer wieder neue Erkenntnisse festgehalten. Sie hofft nun auf die Möglichkeit von Schulbesuchen.

Bezirksheimatpfleger Klaus Reder erklärte, das Kriegsende werde immer wieder aufgegriffen. Das Thema solle auch weiter verfolgt werden, allerdings ohne sich dabei im Detail zu verlieren.

Museumsleiter Reinhard Hüßner berichtete, dass die Umsetzung des Vorhabens nicht einfach gewesen sei. Dennoch könne sich das Resultat letztlich sehen lassen.

Die beiden anwesenden Zeitzeugen Rosemarie Berthold und Friedl Düring zeigten sich sehr zufrieden mit der Darstellung der Ereignisse und wie das Geschehen von Dagmar Lehmann von der gleichnamigen Kreativagentur in Iphofen grafisch umgesetzt wurde.