Sie sind quer zur Fahrtrichtung einer Fahrbahn fest am Boden montiert und sollen den Verkehr abbremsen, um für eine Verkehrsberuhigung zu sorgen: Bodenschwellen. So auch in der Siedlung Ziegelgärten V in Prichsenstadt, in der der Stadtrat im Jahr 2008 sieben Bodenschwellen hatte einbauen lassen.

In ihrer Sitzung am Donnerstagabend nahmen die Mitglieder des Bauausschusses eine Stunde lang Bodenschwellen in der gesamten Siedlung unter die Lupe vor dem Hintergrund mehrerer Beschwerden von Anwohnern. Zum einen, weil sich Anwohner über den mit diesen Schwellen verbundenen Lärm beschwerten (Autofahrer bremsen vor der Schwelle, fahren langsam drüber und beschleunigen), zum anderen weil ein Anwohner sie vor seinem Haus vermisst und sie wegen seinen kleinen Kindern als "dringend notwendig" ansieht. Letztlich vertagte der Ausschuss eine Entscheidung über die Schwellen. Mit der jungen Familie und einigen derer direkten Nachbarn will Bürgermeister René Schlehr ein Gespräch führen, um eine Lösung für das Problem zu finden.

Nur eine Schwelle ist wirkungsvoll

Die Diskussion um die Bodenschwellen ist kein Alleinstellungsmerkmal von Prichsenstadt. Eine einfache Recherche im Internet zeigt, dass es bundesweit Probleme rund um die Schwellen gibt. In Zellingen etwa (Lkr. Main-Spessart) beschloss der Rat im Mai 2017, keine neuen Bodenschwellen zu installieren und bestehende bei Straßensanierungen zurückzubauen. Unter anderem waren Autofahrer teilweise über Gehwege gefahren, um den Schwellen zu entgehen. Was in der Siedlung Ziegelgärten in Prichsenstadt ebenfalls der Fall ist, so denn Gehwege vorhanden sind.

Vielleicht, so der Bürgermeister, könne der Rat doch jeweils links und rechts von den Schwellen Poller anbringen lassen, damit das einseitige Überfahren verhindert werden kann. Daran knüpften Ausschussmitglieder die Bedingung, dass noch genügend Platz für Müll- oder Rettungsfahrzeuge auf der Fahrbahn bleiben müsse. Die von vielen als "einzig wirkungsvolle" Schwelle befindet sich in Höhe des Spielplatzes, weil dort auch durch parkende Fahrzeuge eine zusätzliche Bremswirkung erreicht werden kann.

Alternativen für Bodenschwellen

Die hat sich auch der junge Familienvater einfallen lassen, indem er sein Auto auf der Straße parkt. Der betroffene Karl-Ebenauer-Ring ist recht lang und leicht kurvig. "Dort hatten wir schon mal einen Poller, aber der war wirkungslos", so der Bürgermeister. Denn er war direkt am Anfang der Straße aufgestellt, als einziger übrigens, dann wurde er zurückgebaut, weil er wirkungslos war.

Ob nun eine neue Bodenschwelle mittendrin gesetzt wird oder ob es, weil die Grundstückseinfahrten versetzt sind, Alternativen in Form einer Art Sperre auf der Fahrbahn geben kann, will Schlehr mit den Anwohnern vor Ort besprechen. Für alle anderen Schwellen erkundigt sich der Bürgermeister über Alternativen.