Seinsheim

Ausgebremst: Mit dem Iffigheimer Dorfgemeinschaftshaus geht es vorerst nicht weiter

Premiere für Seinsheims Bürgermeisterin Ruth Albrecht: Sie hielt ihre erste Bürgerversammlung.
Der Platz für das Dorfgemeinschaftshaus in Iffigheim ist bereitet, doch der Stopp der Bundesförderung für effiziente Gebäude verzögert den Bau. Foto: Gerhard Krämer

Premiere für Seinsheims Bürgermeisterin Ruth Albrecht: Sie hielt ihre erste Bürgerversammlung. Aufreger gab es keine. Es dauerte auch etwas, bis einige der über 60 erschienenen Bürgerinnen und Bürger im Jugendheim sich mit Fragen meldeten. Die Bürgerversammlung war zudem eine, die nachgeholt wurde für das Jahr 2021, in dem coronabedingt keine hatte stattfinden können. Deshalb findet heuer noch eine weitere statt.

Nach ihrem reich bebilderten, kurzweiligen Rückblick, der mit der Amtsübernahme von ihrem Vorgänger Heinz Dorsch am 1. Mai 2020 begann und bei einem Ausblick für 2022 endete, musste Ruth Albrecht erst einmal die Anwesenden aus allen Ortsteilen zu Fragen ermuntern. Bei der Vielzahl von Anrufen, die sie täglich bekomme, war sie dann doch erstaunt, dass die Fragen so zögerlich kamen.

Den Starkregen und die daraus resultierenden Schäden sprach eine Tiefenstockheimerin an, die wissen wollte, wie hier der Zeitplan für Lösungen aussehe. Noch sei die Gemeinde auf der Suche nach solchen für Tiefenstockheim, was aber nicht einfach sei, räumte Ruth Albrecht ein. Es sei nicht möglich, einfach ein Regenrückhaltebecken zu bauen. Mit Behörden oder Verbänden habe man schon Kontakt, um künftige Starkregenereignisse in den Griff zu bekommen. Sandsäcke seien nun aber vorhanden.

Wenig Raum für Parkbuchten

Einem Bürger waren Parkplätze für Besucher des Altortes ein Anliegen. Denn jetzt sei auch in der Hüttenheimer Straße eine Bushaltestelle errichtet. Auf der Straße sei parken möglich, jedoch müsste dabei immer ein mindestens drei Meter breiter Streifen zum Fahren frei bleiben, erläutere die Bürgermeisterin. Für Parkbuchten oder ähnliches sah Albrecht wenig Raum.

Das Parken in den Weinbergen nahe der Weinparadiesscheune war einem Weinbergsbesitzer ein Dorn im Auge. Für Winzer sei es da manchmal unmöglich, in ihren Weinberg zu fahren oder am anderen Ende auszufahren. Zusammen mit den Vertretern der Weinparadiesgemeinden sei hierzu schon viel überlegt worden. Würden Schilder aufgestellt, müsste das auch kontrolliert werden. Am Bergbrünnlein gebe es zum Beispiel neben den offiziellen Parkplätzen an der Scheune einen Wanderparkplatz. "Jeder ist sportlich und doch bequem", meinte Albrecht.

Angesprochen wurde auch ein fehlendes Baugebiet, verbunden mit der Frage, warum denn die Gemeinde nicht angebotenes Feld als Tauschfläche gekauft habe. "Ja, wir bekommen schon mal Feld angeboten, aber bei allen Preisen gehen wir nicht mit", erklärte die Bürgermeisterin das angesprochene Verkaufsangebot.

Viele Projekte sind in Arbeit

Weitere Themen waren der verkalkte Wasserablauf am Dorfplatz in Wässerndorf, der nicht mehr sprudelnde Brunnen am Feuerwehrhaus in Iffigheim, der Bau des Jugendhauses in Seinsheim und die Erweiterung des Kindergartens. Alles sei in Arbeit, informierte Albrecht, die zudem auf eine große To-do-Liste verwies, auf der noch viele weitere Dinge stünden.

Für dieses Jahr steht auf der Liste der großen Projekte das Dorfgemeinschaftshaus in Iffigheim. Das alte Gebäude ist mittlerweile abgerissen. Allerdings tut sich derzeit noch nichts. Wie Ruth Albrecht gegenüber dieser Redaktion sagte, sei die Bundesförderung für effiziente Gebäude gestoppt worden. Das Dorfgemeinschaftshaus ist als Effizienzhaus 40 geplant. Wann es wieder eine Förderung gebe, stehe noch nicht fest, ärgert sich die Bürgermeister über die Ausbremsung des Vorhabens durch den Bund.

Auf der Agenda steht auch die Kläranlagenerweiterung. Zu den vielen kleinen Projekten zählen Gehwege, das Regionalbudget, eine App für die Bürger oder ein Wanderweganschluss.