Als sich die beiden Schwestern an einem Spätnachmittag im Oktober vergangenen Jahres auf den Weg machen, steht fest: Jetzt ist eine Abreibung fällig. Die beiden Mädchen, 17 und 15 Jahre, sind in Kitzingen unterwegs zu einer 21-jährigen Bekannten. Diese hatte wohl ein paar unschöne Worte über die 17-Jährige vom Stapel gelassen – das bedurfte einer dringenden Klärung.

Was ein klärendes Gespräch werden soll, endet mit Beulen und Kopfschmerzen. Die 21-Jährige hat keine Lust auf den unerwarteten Besuch der Schwestern und will keinen Stress. Als sie merkt, wohin der Hase lief, versucht die Hausherrin die Tür wieder zu schließen – was ein Fuß der 17-Jährigen verhindert. Im nächsten Moment geht es schon los, die Fetzen fliegen: Erst Schubsen, dann gegenseitiges an den Haaren packen, bis Haarbüschel fliegen. Dazu wild um sich schlagen, wüste Beschimpfungen. Das volle Programm.

Als die Auseinandersetzung beendet ist, muss auch noch die jüngere Schwester ihre Schubs-Qualitäten unter Beweis stellen, ehe die Angreiferinnen verschwinden und danach den Kontakt zu der 21-Jährigen abbrechen. Ein Nachspiel hat der Vorfall trotzdem: Als wenig später eine Anzeige bei den Schwestern eintrifft, war daheim einiges geboten: Die entsetzten Eltern verhängen Hausarrest und ein Handyverbot.

Streit artet aus

Vor dem Jugendrichter gibt es nun ein erneutes Wiedersehen. Die vermöbelte 21-Jährige erzählt von zwei Tagen andauernden Kopfschmerzen, von einer Beule am Kopf und davon, dass der Streit „ausgeartet“ sei. Den Schwestern widmet sie keinen Blick – die einstige Freundschaft hat sich augenscheinlich erledigt.

Was tun mit den rabiaten Schwestern? Nachdem es im Elternhaus schon Konsequenzen gegeben hatte und der Vorfall scheinbar ein Ausrutscher war, wird das Verfahren eingestellt. Beide Mädchen müssen jedoch jeweils 60 Stunden ihre Kräfte in soziale Hilfsdienste stecken.

Dass die Jüngere als Mitläuferin die gleiche Stundenzahl aufgebrummt bekommt, hängt mit einer vorhergehenden Verurteilung zusammen: Die 15-Jährige war schon mal beim Klauen erwischt worden und hatte dafür bereits 16 Sozialstunden leisten müssen.