"Wenn sie mir den Führerschein nehmen, bin ich morgen meinen Job und in acht Wochen mein Haus los." Auch diese dramatische Botschaft an das Gericht nutzte nichts. Weil er bei einem Unfall einen Schaden von fast 10000 Euro verursacht und sich von der Unfallstelle entfernt hat, ist der Montageleiter zu einer Geldstrafe und dem Entzug der Fahrerlaubnis für sechs Monate verurteilt worden.

So stand es im Strafbefehl. Weil der 56-Jährige den Verlust des Führerscheins verhindern wollte, legte er Einspruch ein. Erfolglos, wie sich in einer Verhandlung am Amtsgericht in Kitzingen zeigte. Am Ende zog der Mann seinen Einspruch zurück und gab den Führerschein ab.

Genau das hatte er vermeiden wollen. "Ich habe einen Fehler gemacht", sagte er. Dass das solch gravierende Folgen für ihn haben sollte, wollte er aber nicht einsehen. Er musste aber lernen, dass der Gesetzgeber in solchen Fällen hart durchgreift.

Der Mann versuchte zu erklären, wie es passierte. Er habe Stress mit der Freundin gehabt, sei die ganze Nacht rumgefahren und habe dann am Morgen beim Wenden das Rolltor eines Betriebs gerammt. "Warum haben sie dann nicht die 110 gerufen?" Die Frage der Richterin Patricia Finkenberger blieb unbeantwortet.  "Ich habe bei dem Aufprall einen Schlag auf den Kopf bekommen, war nicht ganz bei Sinnen", so sein Erklärungsversuch.

Keine Polizei gerufen

Angerufen hat er dann doch. Aber nicht die Polizei, sondern seinen Bruder. Der kam mit der Schwägerin, brachte den Mann nach Hause und "kümmerte sich um alles". Warum dazu das Abschrauben der Kennzeichen an dem Fahrzeug gehörte, blieb unbeantwortet. Die Schägerin habe versucht, über einen Bekannten den Geschäftsführer des geschädigten Unternehmens zu erreichen und die Sache zu klären. Die Frage, warum nicht einfach die Polizei, blieb wieder offen.

Einspruch zurückgenommen

Die kam auch ohne Anruf auf den Unfallverursacher, ermittelte wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Die Folge war der Strafbefehl mit 40 Tagessätzen und dem bei der Schadenshöhe üblichen Entzug der Fahrerlaubnis.

Die Staatsanwältin und Richterin versuchten dem Mann mehrfach klar zu machen, dass er damit bei dem "immensen Schaden" mehr als gut bedient ist. Bis diese Botschaft angekommen ist, dauere es einige Zeit. Nach mehreren Unterbrechungen und Beratungen mit seinem Anwalt, sagte der: "Wir nehmen den Einspruch zurück." Damit ist der Mann seinen Führerschein los. Er wird mit seiner Existenzangst leben müssen.