Das Thema Impfen und ein damit verbundenes ziemliches Durcheinander bewegt die Gemüter. Wie es bisher im Landkreis lief, wie der aktuelle Stand ist und wie es weitergeht, fasste Landrätin Tamara Bischof bei der Dienstbesprechung der Bürgermeister zusammen, die in Hybrid-Form im Kitzinger Landratsamt mit einem Dutzend anwesenden und einem Dutzend zugeschalteten Ortschefs stattfand.

Die bisherige Impf-Chronologie fasste die Landrätin so zusammen: In den beiden Kitzinger Impfzentren, die für 450 Impfungen täglich ausgelegt sind, ging es zunächst mit gerade einmal 100 Impfungen los. Dann stoppte das Geschehen, weil schlichtweg der Impfstoff fehlte. Derweil baute sich eine Warteliste auf, pro Impfzentrum waren etwa 600 Impfberechtigte vorgemerkt.

Gleichzeitig gab es eine neue Marschrichtung: Die Altenheime hatten jetzt absoluten Vorrang. Die Folge: Der Stau der Impfberechtigten auf der Warteliste der Impfzentren wurde noch größer. Wenig später standen bis zu 700 Impfdosen zur Verfügung, der Stau konnte langsam abgearbeitet werden. Seit vergangener Woche funktioniert die Impf-Einladung automatisch. Was allerdings noch mit einigen Fehlern behaftet ist: Zuletzt stand beispielsweise ein 21-Jähriger mit einer Einladung vor einem Impfzentrum.

Derweil wird immer neu priorisiert und aktualisiert, wer impfberechtigt ist – seit Donnerstag gehören beispielsweise auch Lehrer und Erzieher dazu. Derweil ist die Arbeit in den Altenheimen fast beendet. Einige zweite Impfungen stehen noch aus, bis zum 5. März werden alle Altenheime durchgeimpft sein. Dann dürften dort etwa 3000 Menschen geimpft sein.

Die Zahl der gelieferten Impfdosen stabilisiert sich derweil: Vergangene Woche waren es 1800, kommende Woche sind 1680 Dosen angekündigt. Nachdem dieser Tage erstmals auch 100 Dosen von Moderna kamen, werden nunmehr alle drei zugelassenen Impfstoffe auch tatsächlich im Landkreis Kitzingen verimpft. Meldungen, dass nicht aufgebrauchter Impfstoff im Müll landet, treffe zumindest für den Landkreis nicht zu: „Wir haben noch keinen Impfstoff weggeworfen!“, stellt Tamara Bischof klar. Zumal Astrazeneca sowieso sechs Monate haltbar sei. Wenn nach einem Impftag tatsächlich noch einige Dosen übrig seien, würden diese an Nachrücker weitergegeben, betonte die Landrätin. Dafür gebe es eine eigene Springerliste, auf der beispielsweise auch Ärzte stehen.

Nicht mobil? Hilfe kommt!

Der nächste Schritt: Werden die mobilen Impfteams nicht mehr in den Heimen gebraucht, kümmert man sich um ältere Menschen, die zwar daheim wohnen, aber nicht mehr mobil sind und es nicht alleine ins Impfzentrum schaffen. Wahrscheinlich wird hier Ort für Ort abgearbeitet. Die Einladungen, ins Impfentrum zu kommen, seien weiterhin eher kurzfristig, weil letztlich erst eine Woche vorher die Liefermenge feststeht und damit keine längerfristige Planungssicherheit bestehe.

Und, auch das machte Landrätin Tamara Bischof vor den Bürgermeistern deutlich: Der Weg zum Inxidenzwert von 35 ist weit. Aktuell gibt es im Schnitt täglich acht Neuinfektionen. Erst bei etwa vier Neuinfektionen sei die 35 in Sichtweite, so die Landrätin.

In einer Pressemitteilung hatte sie zuvor appelliert, sich jetzt für die Impfung registrieren zu lassen. Jetzt sei die Zeit, sich im Internet anzumelden. Ist das passiert, gibt es eine automatische Mail-Einladungen für den Impftermin. Wurde die Registrierung telefonisch gemacht, weil keine E-Mail-Adresse vorhanden ist, kommt eine Hotline ins Spiel. Matthias Heckelt, der Koordinator des Impfzentrums 2 des Bayerischen Roten Kreuzes, erklärt: „Aktuell sind bei uns insgesamt 1138 Einladungen versendet worden, von 594 Personen haben wir noch keine Antwort bekommen und konnten keinen Termin vereinbaren.“ Diese Einladungen sind entweder per Mail und SMS verschickt worden, 300 Personen müssen telefonisch kontaktiert werden.

6300 über 80-Jährige geimpft

Bis 24. Februar erhielten den etwa 6300 über 80-Jährigen im Landkreis rund 2420 Personen die erste Impfung, 1100 von ihnen bereits die zweite Impfung. Da die Impfstoffmengen aktuell steigen, macht die Anmeldung auf für unter 65-Jährige inzwischen Sinn. 

Knapp 13 000 Personen haben sich inzwischen im Landkreis Kitzingen über das Online-Impf-Programm BayImCo für eine Impfung registriert. Das Impfprogramm priorisiert die Terminvergabe anhand der eingegebenen Daten und generiert automatisch eine Einladung, sobald die betreffende Person an der Reihe ist. „Mittlerweile können sich auch bis zu fünf Personen über eine Mail-Adresse registrieren“, erklärt die Landrätin. Dies hatte zu Beginn der Einführung für Diskussionen gesorgt, wurde mittlerweile nachgebessert.

Anmeldungen vorrangig digital unter https://impfzentren.bayern   oder im Impfzentrum 1 an der Klinik Kitzinger Land, (09321) 7041818 sowie Impfzentrum 2 des BRK in den Marshall Heights, Kitzingen, Tel.:  (0800) 8123000.

Hilfe bietet zudem die Freiwilligenagentur "GemeinSinn" des BRK an. Wer Probleme beim Anmelden hat, kann sich an die Agentur wenden, Tel.: (09321) 21030 oder per Mail: hemkeppler@kvkitzingen.brk.de.