Das neue Baugebiet "Am Schwanberg" in Rödelsee soll ökologisch hochwertig werden. Jetzt sind Archäologen frühen Bewohnern auf der Spur, die zwischen 1500 und 1000 vor Christus die schöne Wohnlage zu schätzen wussten.

Unterhalb des Schwanbergs lag es nahe, dass dort schon seit frühester Zeit Menschen siedelten. Auch beim nicht weit entfernten Bullenheimer Berg war dies der Fall. Einen Ur-Rödelseer hat das Grabungsteam des Büros für Ausgrabungen und Dokumentationen Heyse aus Schwarzach um Grabungsleiter Markus Rehfeld nicht gefunden, dafür aber Spuren von Gebäuden. Die Funde ordnet Markus Rehfeld in die Bronze- und die Urnenfelderzeit ein. Das ist der Zeitraum zwischen 1500 und 1000 vor Christus. Mindestens sechs Häusergrundrisse lokalisierte das Grabungsteam. Dabei handelt es sich um Vier- und Sechs-Pfostenbauten. Die Pfostengruben sind im Boden durch die Verfärbung erkennbar. Geöffnet wurden die öffentlichen Bereiche des Baugebiets. Insgesamt wurden rund 150 Befunde erfasst.

"Spektakuläres haben wir nicht gefunden", sagt Rehfeld. Für die Ortsgeschichte von Rödelsee dürften die Ausgrabungsergebnisse dennoch interessant sein. Zu den Funden zählen überwiegend Scherben, Holzkohle und einige wenige Tierknochen. Einen Mahlstein haben die Archäologen gefunden, der die Siedlungstätigkeit belegt. Ebenso freigelegt wurde ein kleines, vollständiges Gefäß. Dieses ist nach Einschätzung der Archäologen eindeutig urnenfelderzeitlich, der Erhaltungszustand ist allerdings sehr stark fragmentiert. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit seien so gut wie keine Knochen erhalten geblieben, weiß Rehfeld.

Unter dem Motto "Dem Ur-Rödelseer auf die Spur gekommen?" werden am Sonntag, 11. September, zwischen 13 und 16 Uhr die Ergebnisse der bisherigen archäologischen Untersuchungen vorgestellt. Vor Ort sind Dr. Matthias Merkl vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und Markus Rehberg. Bürgermeister Burkhard Klein hat dazu auch alle künftigen Grundstückseigentümer eingeladen.