Seit fünf Jahren gehört das Volkacher Salbuch zu den hundert prämierten Heimatschätzen in Bayern. Verfasst wurde das historische Zeugnis vor 500 Jahren vom damaligen Stadtschreiber und Notar Niklas Brobst. In der Volkacher Altstadt zeigen jetzt 13 Stelen spannende Szenen aus dem Salbuch in Bild und Text. Der geschichtsträchtige Rundgang wurde am Dienstag offiziell eröffnet. Wegen der Pandemie ließ die Einweihung zwei Jahre auf sich warten.

". . . wenn man einen in den Rat setzt" lautet der Titel der ersten Stele des Rundgangs am Marktplatz. Dort trafen sich die Verantwortlichen des Salbuch-Stelen-Rundgangs zu dessen Taufe. Bürgermeister und Stadträte mussten schon vor einem halben Jahrtausend den Bürgereid ablegen und schworen, wenn sie nicht leibeigen waren, dem Rat Treue und Gehorsam.

Das Volkacher Salbuch ist einzigartig und etwas, was die Stadt mit dem Rundgang würdigen möchte.
Heiko Bäuerlein, Bürgermeister

"Das Volkacher Salbuch ist einzigartig und etwas, was die Stadt mit dem Rundgang würdigen möchte", betonte Bürgermeister Heiko Bäuerlein in der Feierstunde. Das Stadtoberhaupt, das vor seiner Amtsübernahme selbst in Gewandung des Niklas Brobst die Gäste mit auf eine Zeitreise nahm, betonte, das Salbuch sei im europaweiten Raum einmalig. Gleichsam sei es eine Art Gebrauchsanweisung für das städtische Leben dieser Zeit. Die Freude, dass das Projekt jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt und gleichsam ans Herz gelegt wird, sei bei allen Beteiligten groß.

Margit Hofmann, die Leiterin des Museums Barockscheune, erläuterte den Rundgang. Die Stelen zeigen, wie das Leben in der Stadt vor gut 500 Jahren aussah. Der Bogen spanne sich dabei vom Rathaus bis hin zum Stadtbaumeister. Als Standorte für die Stelen habe man bewusst Plätze ausgesucht, die historisch zu den beschriebenen Bildern passen, sagte Hofmann und erinnerte an die Entstehung des Rundgangs.

Die Idee für den Parcours entstand ursprünglich zur 750-Jahr-Feier der Stadt Volkach. Die Geschichte des Salbuchs und die Bedeutung der Stadt sollten optisch dargestellt werden und lediglich während des Jubiläums zu sehen sein. Die Stelen fanden großen Anklang und blieben über viele Jahre stehen. Weil die Witterung den alten Stelen arg zugesetzt hatten, beschloss man sie zu überarbeiten und neue Standorte zu finden.

Bei der Umsetzung des neuen Projekts, das 14.000 Euro kostete, fand die Stadt in der Dr. Ottmar Wolf-Kulturstiftung Gerolzhofen und im Bezirk Unterfranken finanzielle Unterstützer. Die Wolf-Stiftung, vertreten durch die Vorsitzenden Sabine und Julia Wolf, beteiligte sich mit 5000 Euro an der Realisierung, der Bezirk Unterfranken mit Bezirksrätin Gerlinde Martin gab knapp 2500 Euro dazu. Den Restbetrag übernahm die Stadt. Bürgermeister Bäuerlein dankte den Sponsoren und Margit Hofmann, die das Projekt angestoßen, vorangetrieben und zum gelungenen Abschluss gebracht habe. Eine Faksimile-Ausgabe des berühmten Salbuchs ist im Museum Barockscheune zu sehen.