Die Kosten für die Sanierung der Abwasseranlage der Gemeinde Rödelsee werden konkreter, aber nicht weniger. Mit etwa zwei Millionen Euro sind zu rechnen, die auf die Bürger umgelegt werden können, teils als Beiträge, teils über Gebühren.

Die geschätzten Baukosten für die Auswechslung und Sanierung der Kanäle, der Sanierung des Regenüberlaufbeckens und der Ableitung des Fremdwassers betragen rund 1,9 Millionen Euro. Dazu kommen etwa 15 Prozent Baunebenkosten wie Ingenieur- und Vermessungsleistung und Baugrundgutachten. Dies ergibt dann insgesamt 2,2 Millionen Euro. Davon wird üblicherweise ein Anteil von 25 Prozent, also etwa 550 000 Euro, für die Straßenoberflächenentwässerung abgezogen, den die Gemeinde alleine tragen muss. Damit liegt die auf die Bürger umzulegende Summe für die Sanierung zwischen 1,6 und 1,7 Millionen Euro. Hinzugerechnet werden muss aber noch ein Verbesserungsanteil für die Kitzinger Kläranlage, der möglicherweise bei 350 000 Euro liegt.

Als Sofortmaßnahmen eingestuft sind die Fremdwassersanierung, der Einbau einer Tauchwand beim Regenüberlauf und die Sanierung des Regenüberlaufbeckens für rund 600 000 Euro. Dieses Geld braucht die Gemeinde möglichst rasch. Deswegen könnte noch heuer eine erste Rate des Verbesserungsbeitrags von den Bürgern eingefordert werden. Allerdings muss zuvor eine entsprechende Satzung Rechtskraft erlangt haben. Bürgermeister Burkhard Klein rechnet mit einer durchschnittlichen Summe zwischen 1000 und 1500 Euro pro Grundstück für das gesamte Projekt. Eventuell könnte noch heuer mit einigen Arbeiten begonnen werden.

Zum Thema Abwasserentsorgung gehört auch die Kläranlage in Kitzingen. „Wir haben Post von unseren Freunden aus Kitzingen erhalten“, leitete Bürgermeister Burkhard Klein einen Tagesordnungspunkt ein, der am Rödelseer Ratstisch schon in der Vergangenheit keinen Gefallen fand. Es geht um die Kostenbeteiligung der Anschlussgemeinden an die Kitzinger Kläranlage. Das Schreiben enthielt Forderungen inklusive Mahngebühren. „Was macht die Stadt Kitzingen mit ihren Anschlussgemeinden?“, fragte Klein nicht zum ersten Mal. Denn um die Höhe der Beteiligung herrscht Uneinigkeit. Klein wies auf die vereinbarten vier Prozent hin, die Rechnung habe aber 4,71 Prozent zum Inhalt. „Das ist nicht das, was wir vereinbart haben“, sagte Klein verärgert. Was beantragt und zugesichert war, werde nicht eingehalten. „Wir versuchen es noch einmal im Guten“, meinte Klein, der aber auch ankündigte, sich bei keiner gütlichen Einigung vor rechtlichen Schritten nicht zu scheuen. Eventuell sei auch ein Zusammenschluss mit den anderen Gemeinden ratsam, schloss Klein den Punkt ab, zu dem es keine weitere Diskussion gab.