Sterben wird gerade fast überall teurer. Die Stadt Iphofen erhöhte die Friedhofsgebühren zuletzt zum Teil um das Fünffache. Ganz dicke kam es jüngst auch für Kitzingen: Manches verdoppelte sich, mitunter vervierfachte sich die Gebühr sogar. Und das, obwohl es in Kitzingen jetzt schon teurer als in Nürnberg oder Würzburg ist, beerdigt zu werden. Jetzt reiht sich auch Dettelbach bei der Gebühren-Explosionen ein.

Dabei ist das Geschäft mit dem Tod für Städte und Gemeinden noch nicht einmal wirtschaftlich. Im Gegenteil: Bei jeder Beerdigung wird sogar noch draufgezahlt, weil die Friedhofsgebühren immer bloß einen Teil der Kosten decken. Lange haben Gemeinden ihre Friedhofsgebühren deshalb ohne entsprechende Grundlage kalkuliert und eher im Sinne der Bürger zu wenig verlangt. Das rächt sich jetzt.

Dass gerade jetzt so viele aufgeschreckt wurden und die Erhöhungen auf die Tagesordnung hievten, hat nicht zuletzt mit dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands zu tun, der darauf hinarbeitet, dass das Friedhofswesen kostendeckend betrieben werden muss. Die Stadt- und Gemeinderäte dürfen also nicht mehr einfach Gebühren festsetzen, die ihr genehm erscheinen und die Friedhofsnutzer möglichst wenig belasten.

Neue Grabarten sind möglich

Die Auswirkungen für Dettelbach: Es gibt zum eine – fast 60 Seiten starke – neue Satzung, in der beispielsweise neue Grabarten wie das Urnenbaumgrab aufgenommen wurden. Und es gibt eben neue Gebühren. Die letzte Erhöhung, so informierte Bürgermeister Matthias Bielek seine Stadträte bei der Sitzung in der Maintalhalle, hatte es im Sommer 2013 gegeben. Danach summierte sich das Defizit, bis 2016 kamen beispielsweise 170 000 Euro zusammen. Und von 2017 bis 2020 investierte die Stadt 465 000 Euro in ihre Friedhöfe. Im Schnitt gab es einen jährlichen Verlust von 75 000 Euro.

Die anzustrebende Kostendeckung wird auch nach der jetzigen Erhöhung nicht erreicht werden. Ein Einzelgrab kostete bisher jährlich 26 Euro, künftig werden es 52 Euro sein. Ein Familiengrab mit zwei Grabstellen steigt von bisher 41 Euro auf nunmehr 105 Euro. Ein Urnengrab mit zwei Urnen erhöht sich von 21 auf 43 Euro.

Trauerhalle nicht mehr kostenlos

Die Nutzung der Trauerhalle war bisher kostenlos und wird nunmehr mit 180 Euro in Rechnung gestellt. Und für die Benutzung des Leichenhauses werden statt 185 Euro jetzt 196 Euro fällig. Für die neue Gebührenordnung sprach sich der Stadtrat einstimmig mit 19:0 aus.

Und noch etwas wurde festgelegt: Damit es künftig nicht solche starken Steigerungen gibt, soll das Thema regelmäßig auf die Tagesordnung kommen. Die nächste Wiedervorlage – und damit wohl auch die nächste Erhöhung – ist für 2026 ins Auge gefasst. Das Motto hier soll künftig lauten: Lieber regelmäßig und weniger als selten und dann heftig.