Lange musste Vanessa Feineis, die Leiterin der Kitzinger Tourist-Information, im Zuschauerraum ausharren, bis sie in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend mit einer umfangreichen Präsentation ihre Vorstellungen zur Renovierung und Erweiterung des aktuellen Standortes im Nieser-Haus vorstellte. Für ihre Ausführungen erhielt Feineis Lob von vielen Seiten.

Abgestimmt wurde im Gremium über den gemeinsamen Antrag der Referenten Dietmar Hermann (Tourismus, FW), Manfred Marstaller (Sport, UsW) und Thomas Rank (Stadtentwicklung, CSU), das seit geraumer Zeit leerstehende Dietz-Haus auf dem Marktplatz als einen möglichen Standort für die Tourist-Information zu prüfen.

Feineis stellte in ihrem Vortrag die Vorzüge des aktuellen Standorts an der Alten Mainbrücke – für sie touristisch gesehen eine 1a-Lage direkt am Stadteingang – den damit verbundenen Nachteilen gegenüber. Neben der zentralen Lage, um die Touristen beraten und an die von ihnen gewünschten Ziele lenken zu können, hob sie das leicht auffindbare und authentische Gebäude im fränkischen Baustil hervor, das auf mehreren Stockwerken über eine große Grundfläche verfüge.

Neben einem Empfangs- und Beratungsbereich im Erdgeschoss biete der erste und zweite Stock die Möglichkeit von weiteren Arbeitsplätzen und eines Versammlungsraumes. Die Lage direkt am Main sei zudem ein Ort, an dem sich viele Touristen aufhalten und über die Brücke in die Innenstadt gelangen. Zudem befindet sich das Gebäude im Besitz der Stadt.

Zeit und Geld

„Es erübrigt sich doch, über das Dietz-Haus als neuen Standort zu sprechen, wenn eine Fachfrau sich für den aktuellen Standort ausspricht“, sagte Elvira Kahnt (SPD), nachdem sie nachgefragt hatte, ob Feineis das Nieser-Haus als Standort der Tourist-Information bevorzugen würde. Auch Manuel Müller (UsW) sah „überhaupt keinen Bedarf, eine fremde Immobilie zu überplanen“. Das koste, so sein Argument, nur Zeit und Geld. „Die eine Immobilie geben wir auf und in eine andere mieten wir uns ein, das ergibt für mich keinen Sinn“, widersprach Oberbürgermeister Siegfried Müller dem in Antrag formulierten Vorhaben, das Dietz-Haus für zehn Jahre anzumieten. Für ihn würde nur ein Kauf Sinn ergeben. Dies wurde in den Antrag aufgenommen.

Weinlokal?

Antragsteller Hermann führte aus, dass im Nieser-Haus ein Weinlokal mit regionalen Produkten und Veranstaltungen entstehen könnte, das im Sommer zugleich ein Ausgangspunkt für den Stadtschoppen wäre. „Ich sehe große Probleme, in dem Haus ein Lokal einzurichten“, meinte Hartmut Stiller (CSU), dass nicht nur der Umbau zu einer modernen Tourist-Info, sondern auch ein neuer Verwendungszweck ein umfangreiches Bauvorhaben darstelle.

Letztlich geht es ums Geld, um das denkmalgeschützte Nieser-Gebäude aufwendig zu sanieren und modernisieren. „Wir gehen nicht davon aus, dass das Dietz-Haus das Nonplusultra ist, aber wir wollen für beide Varianten einmal die Kosten gegenüberstellen“, argumentierte Marstaller.

Bereitschaft prüfen

Jedoch einigte sich das Gremium (18:7), dass der vorgeschlagene alternative Standort nur geprüft werde, falls die Gespräche mit dem Verwalter des Dietz-Gebäudes und einem möglichen Pächter für ein Lokal im Nieser-Haus positiv verlaufen. Den Kontakt mit beiden Seiten aufzunehmen und ihre Bereitschaft zu prüfen, sollen nun die nächsten Schritte sein.