Einst galt die Gemeinde Castell als Vorreiter in der Gegend, was den Ausbau von Glasfaserkabel für schnellere Internetverbindungen betrifft. Bürgermeister Jochen Kramer erreichte 2009 nach einigen Schreiben, dass seine Gemeinde eine Kabellösung mit einer Geschwindigkeit bis zu 15 Mbit bezuschusst bekam. Seit Januar 2011 ist es in der Gemeinde verfügbar, doch jetzt will Castell erneut Gas geben auf der Datenautobahn.

In der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend wurde festgelegt, dass die Gemeinde Verhandlungen mit den zuständigen Stellen führt, um ins neue Förderprogramm zum Breitband-Ausbau zu kommen.

Bürgermeister Jochen Kramer präsentierte erste Schätzungen, was das Aufrüsten der Internetversorgung kosten würde. Rund 320 000 Euro wurden berechnet, nach Abzug der Zuschüsse durch den Freistaat Bayern und der Telekom würden der Gemeinde etwa 77 000 Euro an Kosten bleiben.

„Wir sollten die Möglichkeit in Anspruch nehmen und das Geld im Haushalt für 2015 vorsehen. Schnelles Internet ist heutzutage eine Standortfrage“, meinte der Bürgermeister. Im Oberdorf und in Wüstenfelden seien bereits Leerrohre für diese Zwecke mit verlegt, so Kramer.

Die Räte sahen das ähnlich. Georg Schwarz wies darauf hin, dass dann auch die etwas schwächeren Leistungen des Internets im Ort, wie etwa in der Casteller Siedlung Richtung Birklingen, verstärkt würden. Ratsmitglied Volker Hartmann sagte, er wolle zunächst einmal das technische Konzept des Anbieters vorgelegt bekommen, um zu sehen, ob dann wirklich bis zu 50 Mbit Leistung möglich sind. Bürgermeister Jochen Kramer will sich kundig machen. Er wurde vom Gemeinderat ermächtigt, weitere Gespräche zum Breitband-Ausbau zu führen.