"Ich wollte einfach mal Danke sagen", meldet sich unsere Leserin Doris Braun aus Gaibach bei dieser Redaktion. Am 19. September ist die 70-jährige Braun mit ihrer Hündin in Gaibach mit dem Fahrrad unterwegs. Ihre neunjährige Beagle-Dame Paula läuft wie gewohnt brav neben ihr her, als ein großer, freilaufender Hund die beiden anfällt. 

"Ich bin vom Fahrrad gefallen und der größere Hund hat meine Paula angegriffen", schildert Braun die Situation. Um ihren kleinen Begleiter zu schützen, versucht sie sich schützend auf ihn zu legen. Daraufhin beißt der fremde Hund ihr in beide Hände. Weinend und voller Blut liegt sie im Straßengraben.

Claudia Schreier kommt in diesem Moment mit ihrem Auto vorbei und hält an, während ein junges Mädchen den entlaufenen Hund unter Kontrolle bringt. "Es war alles voller Blut", erinnert sich die Ersthelferin. Sie holt den Verbandskasten aus ihrem Auto und verarztet damit dem Opfer eine der beiden Hände. "Wir standen alle unter Schock, weil die Frau richtige Löcher in der Hand hatte", berichtet die Obervolkacherin, die als Schnitt-Directrice in der Modebranche tätig ist. 

Dankbarkeit für Erste Hilfe

Das Krankenhaus behandelt die Wunden der schwerbehinderten Rentnerin und ihre durch den Sturz erlittene Rippenprellung schließlich professionell. Und auch die Hündin muss zum Arzt. Ein Attest bescheinigt die Schmerzen, unter denen Paula noch heute leidet. Die Bisse würden bisher gut verheilen, aber ihre Prellung sei weiterhin sehr schmerzhaft, erzählt Braun von ihren eigenen Verletzungen. "Ich bin so dankbar für die Erste Hilfe, die Frau Schreier geleistet hat", sagt sie. 

Doch Brauns Retterin will kein Dankeschön, denn für Schreier ist es selbstverständlich, in dieser Situation zu helfen, deshalb nennt sie zunächst nicht ihren Namen. Daher postet die Verletzte über Facebook in der Gruppe "Volkach – Frag deine Stadt" ihr Dankeschön an anonym: "Vielen Dank der netten Autofahrerin, die mir heute in Gaibach in der Obervolkacher Straße geholfen hat, als ein Hund mich angegriffen und meine Hände zerbissen hat", schreibt Braun.

Es folgen nicht nur viele Genesungswünsche, sondern auch der Kontakt zu ihrer Nothelferin. Und so möchte Braun hier noch einmal ihren Dank aussprechen: "Es wird so viel über schlimme Dinge berichtet, und ich dachte, vielleicht können Sie auch mal über etwas Gutes berichten."