Verletzte nach Arbeitsunfällen und Unfällen im Schul- und Kindergartenbereich können sich wieder in der Helios Klinik Volkach behandeln lassen. Mit Dr. Dirk Ziegler und Dr. Matthias Weber sind an dem Krankenhaus zwei Ärzte tätig, die seit dem 1. April wieder Arbeitsunfälle behandeln dürfen. Mehrere Monate war das an der Klinik nicht mehr möglich, weil die Ärzte mit der notwendigen Zulassung zum ambulanten Durchgangsarztverfahren (BG-Zulassung) in den Ruhestand getreten waren.

In den ersten sechs Wochen haben die beiden Ärzte bereits über hundert Patienten nach Arbeitsunfällen behandelt. „Die meisten kamen mit Gelenkstauchungen, Hand- und Fingerverletzungen“, erzählt Ziegler. Aber auch Platzwunden am Kopf, die sich Kinder beim Schulsport eingehandelt hatten, waren Behandlungsursachen. Letztlich nicht zu vergessen einige landwirtschaftliche Betriebsunfalle.

Rund eine Million Arbeitsunfälle pro Jahr

Im Umkreis von 30 Kilometern rund um Volkach gibt es 32 Durchgangsärzte (D-Ärzte), die bei der Sofortbehandlung von Arbeitsunfällen aktiv werden können. In Deutschland ereignen sich jährlich etwa eine Million Arbeitsunfälle, die durch rund 3800 zugelassene D-Ärzte behandelt werden. Das D-Arzt-Verfahren findet Anwendung in den Fällen, in denen die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten für die Behandlung übernimmt. Die Zulassung zum D-Arzt wird von den Berufsgenossenschaften in einem Genehmigungsprozess erteilt.

Keine Überweisung nötig

Eine Überweisung bei einem vorliegenden Arbeitsunfall ist nicht notwendig. Ziegler ist Leitender Arzt der Unfallchirurgie mit spezieller Expertise in der Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Oberen Extremität in der Volkacher Klinik. Sein ständiger Vertreter im Durchgangsarztverfahren ist Dr. Weber, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, ebenfalls mit der Zusatzbezeichnung „Spezielle Unfallchirurgie“. Sie arbeiten in der Klinik eng mit weiteren Spezialisten auf dem Gebiet der Gelenkchirurgie zusammen. Erforderliche operative Eingriffe können in der Helios Klinik durchgeführt werden.

Nahe am Wohnort versorgt

Die Geschäftsführung der Klinik ist glücklich darüber, dass mit den beiden Ärzten wieder das ambulante D-Arzt-Verfahren angeboten werden kann. „Das ist nicht nur für die medizinische Versorgung der Volkacher Bevölkerung von großem Mehrwert, sondern auch für das angrenzende Umland“, erklärt Claudia Hänse von der Klinikgeschäftsführung. Patienten müssten in solchen Fällen nicht mehr weiter entfernte Kliniken aufsuchen, sondern könnten wohnortnah versorgt werden.