Warm, jede Menge Sonne, wenige Niederschläge: Der April 2015 hat lediglich 19 Liter Niederschläge gebracht. Das sind 60 Prozent weniger als der langjährige Durchschnitt von 48 Litern. Unterm Strich liegen die Niederschläge nach vier Monaten bei 125 Litern. Zum langjährigen Mittel fehlen 35 Liter.

Der relativ trockene Start hat im April nicht nur für die ersten Warnungen vor Waldbränden gesorgt, er wirkt sich auch auf den Äckern aus. „Wir bräuchten dringend Regen“, sagt Thomas Karl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AfELF) in Kitzingen und bringt den Mai 2014 ins Spiel. Der hatte über 100 Liter geliefert. „Das wäre die Menge, die die Natur jetzt brauchen könnte“, sagte Karl.

Die Vegetation hat sich dennoch wie erwartet entwickelt. Der Raps steht in voller Blüte. Die Bienen konnten in den letzten relativ warmen Tagen ihrer Arbeit nachgehen. Rüben, Sonnenblumen und auch Mais oder Soja sind inzwischen aufgelaufen, wie Karl sagt und warten, wie das Wintergetreide, dringend auf Regen. „Wenn da nicht bald was kommt, sind Trockenschäden nicht auszuschließen“, sagt der Fachmann für Pflanzenbau vom Grünen Zentrum in der Mainbernheimer Straße. Die zehn Liter seit Anfang Mai haben immerhin ein bisschen was gebracht, „zum Durchweichen hat es aber nicht gereicht“.

Das gilt auch für den April. Da hat es zwar an neun Tagen geregnet, aber nur der 1. April hat mit neun Litern ein deutlich messbares Ergebnis gebracht. Der Rest war eher Nieselregen, lag bei etwa einem Liter pro Quadratmeter und war im Messbecher kaum zu finden.

Bei den Temperaturen kam der April auf 9,8 Grad und war damit ein Grad wärmer als im Schnitt. Der wärmste Tag war mit 25 Grad der 15. April. Es gab insgesamt 26 Vegetationstage, also Tage mit Temperaturen über fünf Grad, an denen etwas wachsen kann. Der April brachte aber auch sechs Frosttage, wobei es am 7. April mit minus 2,8 Grad am kältesten war.

Mit 260 Sonnenstunden kann sich der April 2015 durchaus sehen lassen. Das zeigt der Vergleich beispielsweise mit den Jahren 2005 oder 2006, als die Sonne gerade mal an 140 Stunden zu sehen war.

Nicht nur wegen des fehlenden Regens schauen die Bauern derzeit mit einigen Sorgenfalten auf die Felder. „Spätfrost“ ist immer noch möglich, sagte Karl. Entspannung in diesem Bereich gibt es traditionell erst nach den Eisheiligen. Die sind erst am 15. Mai mit der kalten Sophie vorbei.

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