Regelmäßiger Zwischenapplaus und am Ende noch ein Lob des stellvertretenden Bürgermeisters Gerd Fuchs an Bürgermeister Herbert Volkamer: Man hätte am Mittwoch meinen können, im voll besetzten Markt Einersheimer Bürgersaal hätte eine Ehrungsveranstaltung und nicht eine Bürgerversammlung stattgefunden. Den wichtigsten Fakten aus Markt Einersheim fügte der Bürgermeister noch Zusatzinformationen, aber auch Neuigkeiten hinzu.

So wohnten in der Marktgemeinde zum Jahresende 2015 insgesamt 1263 Einwohner. Zehn Jahre zuvor waren es etwa 40 weniger, die Einwohnerzahl bleibt also recht konstant. Die Gemeinde steht finanziell gut da und hat in den vergangenen Monaten ihr Gesicht an vielen Stellen verschönt. Das gilt nicht nur für den neu gestalteten Marktplatz, sondern auch für das Wegweiserkonzept oder viele ausgebesserte Straßen, bei denen auch, wie beispielsweise in der Bad- und Gartenstraße oder am Containerplatz, mehr als zwingend notwendig gemacht wurde.

Das öffentliche WC am Rathaus wurde neu gestrichen und kann seit wenigen Tagen wieder benutzt werden. Fehler beim Einbau von 22 Fenstern und drei Türen in der Mehrzweckhalle seien ein Ärgernis gewesen, was rund 60 000 Euro gekostet habe. Mittlerweile sei der Schaden behoben. Ärgerlich ebenso, dass im neu gestalteten Bauhof kürzlich eingebrochen wurde und Maschinen im Wert von etwa 3500 Euro gestohlen wurden.

Die Floriansjünger haben eine von der Firma Knauf gespendete Wärmebildkamera sowie neue Tore am Feuerwehrhaus erhalten und werden in den kommenden Jahren wohl auch ein neues Feuerwehrauto bekommen, nachdem das aktuelle bereits 28 Jahre alt ist. Bewährt habe sich die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED und die Ganznachtsbeleuchtung. Unterm Strich spare man 2300 Euro.

Für den Abriss und Neubau des schadstoffbelasteten Pfarrhauses habe die Verwaltung mittlerweile eine Mehrfachbeauftragung ausgeschrieben. Volkamer sagte, er sei gespannt, welche Vorschläge seitens der Architekten kommen. Er versprach aber, dass „ein würdiges Ensemble“ anstelle des historischen Fachwerkhauses entstehen soll.

Harmonisch laufe das Zusammenleben mit den fünf Afghanen und elf Syrern, die seit dem 26. Januar in Markt Einersheim wohnen. 30 Helfer koordinieren Deutschunterricht oder Hausaufgabenbetreuung der Asylbewerber, von denen einige in die Bürgerversammlung gekommen waren. Volkamer kündigte einen Integrationsnachmittag zum Kennenlernen an.

Das Terrassenbad, das durch einen staatlichen Zuschuss von einer Million Euro in den kommenden Jahren saniert wird, hatte im vergangenen Jahr mehr als doppelt so viele Gäste – und das bei nahezu gleich bleibenden Öffnungstagen. Damit sank das Defizit von rund 57 000 auf gut 43 000 Euro. Bei Fragen zum Umbau wurde der Bürgermeister konkreter: Edelstahlbecken werden in die bestehenden eingebaut, wie tief das Wasser dann ist, sei noch unklar. Fest steht, dass das Kinderplanschbecken wegen hygienischer Vorschriften bei der Wasserqualität tiefer gesetzt und daher auch in Richtung Beachvolleyballplatz rücken muss.

Mit voraussichtlich 1,3 Millionen Euro wird sich die Gemeinde an den Gesamtkosten beteiligen müssen, die möglicherweise mit einiger Eigenleistung noch gedrückt werden können. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragte Volkamer in die Runde – und erntete allerorts Zustimmung. Immer stärker nachgefragt werde die Mittagsbetreuung für die 91 Schüler, die im laufenden Schuljahr die Grundschule Hellmitzheimer Bucht besuchen. 50 Mädchen und Jungen nehmen dieses Angebot war, und damit 19 mehr als im Vorjahr, bei konstant gebliebener Schülerzahl.

Knapp 20 000 Euro muss die Gemeinde dank Zuschüsse für den Breitbandausbau zahlen, der mit etwa 185 000 Euro zu Buche schlägt. Etwa 550 000 Euro dagegen soll der Umbau des Alten Kindergartens kosten, in dem eine Tagespflegeeinrichtung entstehen soll.

In der Versammlung bezeichnete ein Einersheimer es als eine Schande, dass der Häckselplatz zum Ablagern von Hasenmist, Wurzelstöcken und Plastikfolien zweckentfremdet werde. Auf Nachfrage konnte Volkamer zum geplanten Neubau der schlecht befahrbaren Forstwege im Bläserwald zwischen Neubauhof und Ziegenbach noch nichts sagen, er bleibe aber am Ball.