Schwarzachs Bürgermeister Volker Schmitt konnte man die Erleichterung und Freude im Gesicht ablesen. Nach viereinhalb Jahren hat die Großgemeinde mit ihren über 3000 Einwohnern wieder eine Apotheke vor Ort. Mit der Eröffnung einer Filiale der Wiesentheider Marienapotheke endet die schwierige Suche der Gemeindeoberen nach einer Nachfolgerin für die ehemalige Steinbrenner-Apotheke mit einem Happyend.

Zur Neueröffnung der Räume in der ehemaligen Backstube des Schneiders Bäck begrüßte Apothekerin Marion Flügel am Montagvormittag die ersten Kunden, die ihre Rezepte einlösten und in der Apotheke einkauften. Marion Flügel leitet seit 2008 die Marienapotheke Wiesentheid als Hauptapotheke des Filialverbunds mit der Stadtapotheke Prichsenstadt, der Kronenapotheke Schweinfurt und der Apotheke am Markt Schwarzach. Sie ist auch die Inhaberin dieses Filialverbunds.

Die Leitung der Apotheke am Markt in Schwarzach übernimmt Apothekerin Birgit Neuner. Ihre Mitarbeiterinnen vor Ort sind Eva Brühler, Doris Weiß und Julia Oerter. Bei der Eröffnung dankte Marion Flügel Bürgermeister Schmitt, der "beharrlich nach geeigneten Räumen gesucht hat". Er habe auch den Kontakt zur Bäckerfamilie Schneider/Leißing hergestellt. 

Hohe Anforderungen

Die ehemaligen Inhaber des Schneiders Bäck, die die Türen der Bäckerei im vergangenen Jahr schlossen, hätten Kosten und Umstände auf sich genommen, um die hohen gesetzlichen Anforderungen an moderne Apothekenräume zu gewährleisten und damit dem Ort wieder eine Apotheke zu ermöglichen, so Flügel. Viele helfende Hände hätten dafür gesorgt, dass die Apotheke trotz Corona nur eine Woche später als ursprünglich geplant eröffnen könne.

Bürgermeister Schmitt strahlte: "Diese Apotheke schließt eine große Lücke in der Infrastruktur unserer Gemeinde und belebt natürlich unseren Marktplatz." Er erinnerte an die Schließung der Benediktiner-Apotheke im Oktober 2015. Fast 40 Jahre hatte Ursula Steinbrenner die Apotheke erfolgreich geführt und war in den Ruhestand getreten. Um eine Nachfolgerin für Schwarzach zu finden, machte Schmitt das Thema zur Chefsache. "Wir haben bei sämtlichen Apotheken im Umkreis nachgefragt, ob Interesse an einer Filiale in Schwarzach bestehe."

Bemühungen lange erfolglos

Vier Jahre hätten seine Bemühungen keine Früchte getragen. Auch die Suche über das Internet und die Apotheken-Rundschau seien nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Unter dem Motto "Not macht erfinderisch" brachte man in der Folgezeit in Stadtschwarzach einen Briefkasten an, in den Patienten ihre Rezepte von zwei Schwarzacher Allgemein- und zwei Zahnärzten einwerfen konnten. Eine Kitzinger Apotheke holte die Rezepte ab und lieferte die Medikamente nach Schwarzach. Im vergangenen Jahr wurde diese "Interimslösung" wieder abmontiert, da sie nicht ausreichend genutzt wurde.

"Diese Apotheke ist für uns extrem wichtig", betonte Schmitt mit Blick auf kleinere Ortschaften im Landkreis, in denen eine Apotheke vorhanden sei. Mit der neuen Filiale wird das Marktplatzensemble von Stadtschwarzach aufgewertet. Lediglich eine geschlossene Gaststätte möchte dort noch aus ihrem Dornröschenschlaf wach geküsst werden.